Doppelter Billa für Gmünd?. Nach Markenfusion ab April zwei Billa-Märkte direkt vis-à-vis? Eigentümer berät über Zukunft.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 03. Februar 2021 (05:17)
Merkur wird bundesweit zu „Billa Plus“, mit gleicher Preis- und Aktionspolitik. Das könnte in Gmünd spannend werden.
Markus Lohninger

Eine hochspannende Situation steht dem eindeutigen Einkaufs-Hotspot des Gmünder Bezirkes bevor: Die Rewe-Gruppe kündigt die bundesweite Zusammenlegung von Billa und Merkur (unter „Billa Plus“) an – aus aktueller Sicht hat der im Volksmund bereits nach dem Billa-Markt benannte Kreisverkehr am oberen Ende der Emerich-Berger-Straße in Gmünd somit ab Anfang April einen Billa-Markt und direkt gegenüber noch einen „Billa Plus“.

Frühere Zweigleisigkeit wurde 2011 beendet

Der doppelte Billa wäre aus mehreren Gründen eigenartig. So gab es in Gmünd tatsächlich jahrelang zwei Billa-Filialen, eine beim Kreisverkehr und eine am Stadtplatz. 2009 wurde die Filiale beim Kreisverkehr als erste im Waldviertel mit dem „Big-Billa“-Konzept erweitert, führt seither das breiteste Billa-Sortiment in der Region. Dann wurde Ende 2011 der kleine, aber beliebte Stadtplatz-Billa unter Protesten geschlossen – und hinterließ eine Lücke, die vor allem außerhalb der Sommertage ein unangenehmes Frequenzloch im Zentrum bringt.

2018 wurde schließlich vis-à-vis des verbliebenen Billa am alten ÖBB-Areal ein Merkur-Markt – in Kombination mit der nach 28 Jahren ebenfalls aus der Stadt abgezogenen Bipa – eröffnet.

Ähnlicher Name, ähnliche Optik, gemeinsame Preis- und Aktionspolitik

Geht es nach den nun veröffentlichten Plänen, dann werden beide Märkte ab April unter fast gleichem Namen mit fast gleichem Logo firmieren. Damit nicht genug. Denn während der Billa eben 2009 auf „Big“ hochgefahren wurde, kam der Merkur 2018 in einer neuen Mini-Variante – somit ähneln sich auch die Angebote der potenziell parallel laufenden Märkte weit stärker als zwischen einem normalen, eher als Nahversorger wahrgenommen Billa und einem normalen, eher als Großmarkt gewerteten Merkur.

Zuletzt wurden Billa-Eigenmarken ins Merkur-Angebot eingeflochten – mit Erfolg, wie es heißt. Unter der gemeinsamen Dachmarke sollen Preispolitik und Aktionen angepasst werden.

Wenn die Märkte dann auch noch fast gleich heißen und ähnlich aussehen – macht es da wirtschaftlich echt noch Sinn, beide Gmünder Filialen nur von einer Straße getrennt weiterlaufen zu lassen?

Konzernsprecher: „Keine Entscheidung von heute auf morgen.“

Diese Frage werde auf keinen Fall überstürzt entschieden, betont Paul Pöttschacher, Sprecher der Rewe-Gruppe, im NÖN-Telefonat: „Es gibt bundesweit nur sehr wenig ähnliche Fälle, man muss jeden davon genau für sich betrachten.“ So werde jetzt schon erhoben, inwieweit sich Kundenströme zwischen den betroffenen Billa- und Merkur-Filialen überschneiden, bzw. wie ausgeprägt die Parallelen sind. Hat jeder seine fixe Stammklientel, die primär nur in Billa oder primär nur in Merkur einkauft, dann wird das die Chancen auf ein Billa-Doppel an zwei Ausfahrten des Kreisverkehrs also vermutlich erhöhen.

Eine Bestandsgarantie für beide Märkte kann laut Pöttschacher nicht gegeben werden. „Die Entscheidung wird aber sicher nicht von heute auf morgen fallen. Und falls tatsächlich Anpassungen notwendig sind, dann wird selbstverständlich schon im Vorfeld das Gespräch auch mit den Gemeinde-Verantwortlichen gesucht“, betont er.

Dafür wäre sie sehr dankbar, sagt Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP): „Es ist wichtig, dass wir früh informiert werden. Die Bürger fragen natürlich bereits, ob wir etwas wissen.“ Sie glaubt, dass – zumindest aktuell – beide Märkte eigene Zielgruppen ansprechen.

Jobs sollen in keinem Fall wackeln

Die Mitarbeiter – alleine für den Merkur-Markt wurden Konzernangaben zufolge 50 neue Jobs geschaffen – müssen sich laut Rewe-Gruppe jedenfalls keine Sorgen um ihre Stellen machen. Ein Abbau sei auszuschließen, sagt Sprecher Pöttschacher: „Wir brauchen wirklich jeden, der im Verkauf arbeiten möchte.“