Gmünd

Update am 16. Januar 2019, 08:47

von Markus Lohninger

Gmünd hat Technologie-Innovation. In finaler Bauphase für Breitband-Netzaufbau des Landes: Meldung über bundesweit erste „5G“-Live-Verbindung aus Gmünd.

Arbeiten in luftigen Höhen.  |  A1

Gmünd wie 5G: Wenn es eine neue Technologie gibt, die auf den Namen „5G“ hört, dann ist die Stadt Gmünd freilich ein guter Boden für einen bundesweiten Meilenstein dazu. 5G ist, einfach ausgedrückt, der nächste große Schub der Mobilfunk-Entwicklung.

Es soll mobilen Geräten unter anderem wesentlich höhere Datenraten, Echtzeitübertragung (etwa für autonomes Autofahren und unzählige weitere Entwicklungen dank vernetzter Dienste und Geräte hilfreich), weit höhere Kapazitäten für gleichzeitige Anschlüsse (etwa bei Großevents von Vorteil) oder einen um bis zu 90 Prozent geringeren Energieverbrauch bringen.

Das Telekom-Unternehmen A1 hat nun, wie per Aussendung mitgeteilt wurde, in Gmünd in Zusammenarbeit mit Nokia die bundesweit ersten drei Sendemasten mit 5G-Technologie bei Bandbreiten von bis zu 10 Gbit/s ausgerüstet und eine erste 5G-Live-Datenverbindung auf die Beine gestellt. Für A1-CEO Marcus Grausam stellt der Schritt den nächsten Meilenstein am Weg zur neuen Mobilfunk-Generation dar. Man habe sich für Gmünd entschieden, weil „die Vorteile von 5G gerade in ländlichen Gemeinden zu Tragen kommen werden. Mit ultraschnellem mobilen Breitband überwinden wir räumliche Distanzen und gleichen Standortnachteile abseits urbaner Gebiete aus.“ Nokia-Österreich-Geschäftsführer Peter Wukuwits sieht das 5G-Netz in Gmünd als „ersten Schritt einer künftigen kommerziellen 5G-Implementierung in Österreich“.

Keine Konkurrenz zu Breitband: Ergänzung

Die Bundesregierung will ungeachtet der Kritik etwa an allfälligen gesundheitlichen Risiken einer Sender-Aufrüstung auf 5G-Standard bis 2025 ein flächendeckendes 5G-Netz in Österreich forcieren. Daran stößt sich wiederum laut Tageszeitung „Standard“ die Telekombehörde RTR, die das demzufolge für weder „sinnvoll noch finanzierbar“ halte. Immerhin arbeite der Großteil der Internetnutzer heute noch mit 20 Mbit/s, ist von Bandbreiten der 5G-Technologie also noch weit entfernt. Ohne großflächigen Ausbau hilft die beste Technologie wenig, zumal 5G-fähige mobile Geräte noch gar nicht in Serienform am Markt sind.

Hartwig Tauber, Geschäftsführer der NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG), begrüßt den Schritt in Richtung 5G, den die ständig steigenden Anforderungen der Nutzer einfach eines Tages nötig machen würden. „Ein echter Push für die Region wäre natürlich eine Kombination unserer Glasfaser-Pilotprojekte im ländlichen Raum mit der 5G-Technologie gewesen“, sagt der Waldensteiner.

Tauber sieht G5 in jedem Fall als Ergänzung zu dem in der Finalphase befindlichen Glasfaser-Ausbau etwa in der Pilotregion Waldviertler StadtLand, die zusätzliche Geschäftsoptionen biete. Einen leichten Seitenhieb auf die A1, die wegen des Ausmaßes ihres Investitionswillens im Waldviertel auch vielfach für Diskussion in der NÖN gesorgt hatte, kann er sich dann doch nicht verkneifen: „Wir bauen überall, nicht nur im Zentrum von Gmünd. Ich habe gekämpft darum – es war uns wichtig, dieses flächendeckende Netz in der Region zu schaffen und jeden an leistungsfähige Glasfaser anzubinden.“

Um ein funktionsfähiges 5G-Netz zu schaffen, ist laut RTR-Chef Johannes Gungl alle paar Meter ein Sendegerät nötig.

Mehr zum Thema

Umfrage beendet

  • Mobilnetz: Noch Aufholbedarf im Bezirk Gmünd?