Vor Eröffnung: Nebelstein als neues Erlebnis. Umfassende Neuinszenierung führt „Aussichtsberg des Waldviertels“ ab Freitag in neue Höhen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 10. September 2019 (16:56)
M. Lohninger
Erwin Weber, Helga Prinz, Abgeordnete Margit Göll und Andreas Schwarzinger vom Waldviertel-Tourismus (v.l.) bei der „Erstbesteigung“ des neu inszenierten Nebelsteins mit Medienvertretern.

Gearbeitet werden muss bis auf den letzten Drücker, dafür soll Freitag, der 13., ein Glückstag für das Waldviertel werden: Unterm Motto „Aussicht auf mehr“ wird ab 14 Uhr im Beisein von Tourismus-Landesrätin Petra Bohuslav die völlige Neuinszenierung des Nebelsteins als eines der Top-Ausflugsziele der Region gefeiert.

Der elf Kilometer lange „Nebelstein Erlebnis-Wanderweg“ mit drei Startpunkten wurde mit sechs attraktiven Erlebnisstationen und zweisprachigen Infotafeln aufgewertet. Im Gipfelbereich auf knapp über 1000m Seehöhe laden zwei große Besucherplattformen mit herrlichen Ausblicken sowie mehrere Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein, über eine neue Brücke geht es zum Gipfelkreuz.

Für die Bürgermeisterin und Landtags-Abgeordnete Margit Göll und ihren Geschäftsführenden Gemeinderat Erwin Weber wird am Freitag ein Projekt abgeschlossen, das sie seit der Geburtsstunde der Idee nun sechs Jahre lang intensiv begleitet hatte.

„Wir wollten nichts Neues erfinden, sondern mit möglichst wenigen Eingriffen in die Natur auf die vorhandenen Themen wie Moor, Wald oder Stein setzen. Aber wir wollten einfach mehr draus machen, verstärkt auch die Sinne ansprechen“, sagt Göll. Weber: „Es braucht einfach neue Maßnahmen, um Menschen die Natur näher zu bringen.“

„Infotainment“ müsse geboten werden. Solches lässt sich zu Geheimnissen, Schätzen und Sagen des „Aussichtsberges des Waldviertels“ auch auf Kurzvarianten des Weges erleben, wenn die ganze Runde zu lang ist – und das zum Nulltarif. Schulklassen sollen wieder verstärkt angesprochen werden, schon am Eröffnungstag werden geführte Wanderungen angeboten.

Auch an Packages wird gearbeitet. Durch die Nebelsteinhütte war das Gastro-Angebot in Gipfelnähe von Haus aus vorhanden, hier darf man durch die gesetzten Impulse auf stärkere Frequenz und vor allem eine Saisonverlängerung setzen.

„Weitwandern ist ein wesentlicher Trend, und der Nebelstein spielt im europäischen Wegenetz eine zentrale Rolle“, sagt Andreas Schwarzinger vom Waldviertel-Tourismus, der das Projekt im zertifizierten Wanderdorf von Beginn an unterstützt hatte.

Projektträger ist die Gemeinde Moorbad Harbach, die Realisierung erfolgte unter anderem mit dem Alpenverein Waldviertel und KPP-Consulting. Und, so Göll: „Die Familie Fürstenberg, die sich voll in das Projekt eingebunden hatte, war als Besitzerin der Grundstücke unsere wichtigste Partnerin.“ Sehr viele Aufträge seien an heimische Betriebe vergeben worden, betont sie.

Ein Großteil der Gesamtkosten von etwa 700.000 Euro wird durch Förderungen (vor allem aus „Leader“) finanziert, 160.000 Euro kommen aus zweckgebundenen Mitteln der Nächtigungstaxe in der Gemeinde mit den meisten Nächtigungen des gesamten Waldviertels – belasten also, wie Weber und Göll betonen, die Bürger nicht.