Zur Trauer kommen Fragen der Sicherheit. Groß ist die Bestürzung über das Ableben Manuela Heißenbergers (20) infolge des Bahnunglücks in Brand (Bezirk Gmünd) am 4. August in ihrer Heimatgemeinde Haugschlag.

Von Markus Lohninger und Karl Tröstl. Erstellt am 08. August 2018 (04:35)
privat
Manuela Heißenberger †

Trauer trägt auch die Raiffeisenbank Oberes Waldviertel, wo die Verstorbene Kundenbetreuerin war.

„Manuela Heißenberger war eine sehr sympathische, freundliche und hilfsbereite Kollegin. Ihr Lächeln, ihr Optimismus, aber vor allem ihr Lachen wird vielen von uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben“, spricht Direktor Johann Pollak für die Kollegen.

Am Nachmittag des Begräbnisses sollen alle Raiffeisen-Bankstellen im gesamten Bezirk Gmünd geschlossen halten.

Zwei Tote seit 2016: Wie die Sicherheit erhöhen?

Erst vor zwei Jahren hatte es einen tödlichen Unfall mit Beteiligung der von der NÖVOG betriebenen Waldviertelbahn im Bezirk Gmünd gegeben – mit dem selben Triebwagenfahrer wie nun.

Der 43-Jährige habe sich beide Male an alle Regeln gehalten, betont Sprecherin Katharina Heider-Fischer aber: „Er hat einen Schock erlitten, wird von einem Kriseninterventionsteam betreut, um das Erlebte aufarbeiten zu können.

Wenn binnen zwei Jahren in einem Bezirk zwei tödliche Unfälle mit einer Tourismusbahn passieren, die das halbe Jahr gar nicht fährt: Was kann dann für mehr Sicherheit getan werden?

"Es braucht ein Mitwirken der PKW-Lenker"

Rotlicht oder Schranken (am Unglücksort existiert nichts davon) wären klare Signale, würden aber auch nicht zwingend vor Unfällen schützen, sagt die NÖVOG-Sprecherin. Sie sieht einen Bedarf in der Bewusstseinsbildung: „Wir bekommen von Fahrern immer wieder Meldungen, dass das Bewusstsein für die Gefährlichkeit von Bahnen im Waldviertel nicht besonders gegeben ist.“

Man denke darüber nach, wie die Sicherheit über die – in Absprache mit Land und Gemeinden – vorgegebenen Maßnahmen hinaus erhöht werden könne. „Es braucht aber auf jeden Fall auch ein Mitwirken der Pkw-Lenker“, sagt Heider-Fischer.

Das Unglück als Event

Empört sind indes zwei Ersthelfer darüber, dass sich am Unglücksort auch etliche Zivilpersonen herumtrieben, die teils extra angereist seien, um die Szenen aus der Nähe begutachten zu können. Sie sprechen gegenüber der NÖN von verstellten Zufahrten, von Schaulustigen mit nackten Oberkörpern und Badeschlapfen im Unglücksbereich. Das Gesetz greift ihrer Ansicht nach noch zu kurz.

Ab September soll das Behindern einer Hilfeleistung allerdings auch in Österreich einen Straftatbestand darstellen, auf den Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten stehen. Die beiden Ersthelfer zitieren zudem den „Internet-Ombudsmann“, dem zufolge nicht nur das Hochladen eines Fotos auf einer Website Rechte verletzen könne: „Es wird grundsätzlich bereits ausreichend sein, wenn Fotos via E-Mail oder WhatsApp an mehrere Freunde verschickt werden oder ein Foto auf Facebook für einige befreundete Nutzer sichtbar gemacht wird.“

 

Eine ausführliche Berichterstattung findet ihr in der aktuellen Gmünder NÖN und im Epaper!