Gemeindejobs in Schrems: Neuer Wirbel. Schremser ÖVP kritisiert zwei Jobvergaben ohne Ausschreibung & Absprache.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 27. Mai 2021 (05:48)

Wochenlang hatte der Schremser „Postenstreit“ im Spätwinter die Gemüter erregt, für hitzige Debatten in der Öffentlichkeit, am Gemeindeamt, im Gemeinderat und in der NÖN gesorgt – und zwischenzeitlich sogar Anwälte beschäftigt. Jetzt geht er in die zweite Runde: Die ÖVP-Opposition schäumt nach der Vergabe zweier Stellen für den Bauhof durch Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ).

„Im stillen Kämmerlein…“

Nach dem Wirbel um eine – letztlich unterlassene – Aufrückung einer Mitarbeiterin in der Kassenverwaltung am Stadtamt, deren Mutter für die SPÖ im Stadtrat vertreten ist, waren zunächst zwei Verwaltungs-Jobs öffentlich ausgeschrieben und auch via NÖN beworben worden. Man habe die Hoffnung geschöpft, dass „die SPÖ Schrems nun endlich davon abrückt, Posten im stillen Kämmerlein zu verteilen“, sagt ÖVP-Fraktionsobmann Tobias Spazierer. Aber: „Leider sieht die SPÖ den Bauhof offenbar als einen Bereich an, in dem sie auch weiterhin Postenschacher und Freunderlwirtschaft walten lassen kann.“

Mit den ohne Ausschreibung und Absprache mit der Opposition aufgenommenen Mitarbeitern an sich habe man gar kein Problem, betont Stadtrat Spazierer. Es gehe darum, dass alle die selben Chancen auf Arbeitsstellen in der Gemeinde haben. Dass die bereits per 1. Mai besetzten Jobs nicht ausgeschrieben wurden, sei „inakzeptabel“, „es darf nicht darauf ankommen, wer jemanden kennt, sondern nur was er kann!“

Harrer: Vergabe nur für ein halbes Jahr

Bürgermeister Harrer betont, Verwaltungsjobs seien immer schon öffentlich ausgeschrieben gewesen. Aber: „Für den Bauhof werden wir aus einem Stoß an laufenden Bewerbungen immer jene Personen auswählen, die auch abhängig von den gesuchten Berufen am besten ins Team passen.“ Beide seien von ihm zudem lediglich aushilfsweise aufgrund aktueller Personal-Ausfälle für je ein halbes Jahr eingestellt worden: Das sei rechtlich gedeckt, „außerdem war es einfach erforderlich, um die laufenden Arbeiten weiterhin erledigen zu können“.

Die Schremser VP erneuert ihre Forderung nach Ausschreibung aller offenen Posten. In anderen Gemeinden wie Weitra sei das der Fall. Möglichkeiten seien durch Homepage, Internet, Stadtnews oder Inserate in Lokalblättern genug vorhanden, drängt Spazierer.