„SFYA“-Bruckner zu naher Zukunft: „Ist ein Lottospiel“ . Die NÖN sprach mit Marc Bruckner über das neue „SFYA“-Album und die Corona-Situation.

Von Johannes Bode. Erstellt am 21. November 2020 (06:33)
Marc Bruckner und Su Rehrl haben als „SFYA“ ihr zweites Album herausgebracht.
Thomas Weilguny

Anfang November wäre Marc Bruckner mit der „Folk Club Elephant Memory Band“ auf der Bühne des Hoftheaters gestanden. Das Konzert musste, wie viele andere, verschoben werden. Trotz des Lockdowns hat der 1983 geborene und in Heidenreichstein aufgewachsene Multi-Instrumentalist nun mit Su Rehrl das zweite „SFYA“-Album veröffentlicht – immerhin war das Release schon für Frühjahr geplant.

NÖN: Für Musiker, die viel live spielen, ist es derzeit nicht einfach. Wie geht es im Lockdown?

Marc Bruckner: Der erneute Lockdown ist natürlich frustrierend, weil es so schwierig wird, eine vernünftige Planung zu machen. Vom Frühjahr wurden Termine in den Herbst verschoben. Manche Auftritte fanden statt, manche wurden nun weiter auf 2021 verschoben. Es ist ein Lottospiel, ob man nun im Jänner, Februar, März, April die Verschiebungen plant, oder überhaupt erst Herbst 2021 anpeilt. Zum Glück gibt es staatliche Förderprogramme, aber die werden auch nicht ewig verlängert werden...

SFYA: Comes and Goes. 12 Tracks, erschienen auf Preiser Records, CD und Digital.
Thomas Weilguny

Nun ist es ja so auch nicht einfach, ein Album zu promoten ..

„SFYA“ hat sich ja noch nicht etabliert, ist zu sehr in einer kleinen Nische, deshalb sind Liveauftritte sehr wichtig. Dort verkauft man die CDs, weil man ein Publikum vor sich hat. Das funktioniert online oder mit Streamkonzerten einfach nicht.

Wie kam es zum Projekt „SFYA“?

Su Rehrl und ich haben uns 2012 bei einem World Music-Projekt in Salzburg kennengelernt. Ich habe mir schon damals gedacht, dass ich mit ihr mal was machen möchte. Es hat etwas gedauert, bis wir einen Sound gefunden haben, wo wir wussten „ah ja, so klingt SFYA“!

Wie sind die Songs entstanden?

Meistens kommt von mir eine erste Idee, etwa eine Akkordfolge. Darüber improvisieren wir dann und mit der Zeit wird das zu einem Song. Die Texte kommen meistens am Schluss. Es ist ein langsames Herantasten.

Sie spielen ja bei zahlreichen Formationen, welche sind aktiv?

Bei „Wiener Blond“ bin ich am Bass dabei, die haben auch gerade ein neues Album am Start. Das „Bilderbuchkino“ mit dem Schriftsteller Martin Peichl ist eine sehr umfangreiche Spielwiese. Mit ihm hat sich eine schöne Zusammenarbeit in der Coronazeit ergeben. Ich vertone Texte aus seinem Roman und er liest. Und dann gibt es viele Ideen, insbesondere im Bereich der Klangcollagen, die ich mit dem Verein „Kollision für interdisziplinäre Kunst“ ausprobieren möchte. Fad wird mir nie..