Unserfrau-Altweitra Bürgermeister genoss Lockdown. Über das Corona-Jahr und das 50-jährige Bestehen der Großgemeinde Unserfrau-Altweitra sprach Bürgermeister Otmar Kowar mit Karin Pollak.

Von Karin Pollak. Erstellt am 03. Mai 2021 (03:56)
Otmar Kowar führt die Gemeinde seit 2020.
StudioLindtner, StudioLindtner

NÖN: Die Gemeinde Unserfrau-Altweitra ist mit knapp 1.000 Einwohnern eine kleine Gemeinde ohne große Betriebe. Investitionen müssen daher wohlüberlegt sein. Ist das im ersten Corona-Jahr noch schwieriger geworden?

Otmar Kowar: Alles, was passieren musste, haben wir umgesetzt. Im Gemeindeamt, am Bauhof und im Gemeinderat wurde fleißig gearbeitet. Aber sobald das nicht mehr öffentlich wirksam passiert, glauben viele, dass nichts geschieht. Das fängt schon bei den Gratulationen an und endet bei den Veranstaltungen. Außerdem hat es zu Beginn der Pandemie geheißen, die Gemeinden sollen Projekte, die nicht unbedingt notwendig sind, verschieben. Das haben wir auch getan.

Wie schaut es jetzt mit der finanziellen Situation in der Gemeinde aus?

Kowar: Als ich 2010 das Bürgermeisteramt übernommen habe, war die finanzielle Situation noch schlimmer, und diese haben wir auch gemeistert. Jetzt haben wir Mittel von Land und Bund bekommen, die wir nach 2023 teilweise zurückzahlen müssen. Wir können aber die geplanten Projekte, wie den Hochwasserschutz, der jetzt mit den betroffenen Anrainern besprochen wird, den Leitungskataster und die Erweiterung des Urnenhaines in Angriff nehmen. Auch die Sanierung des Gemeindehauses in Altweitra ist geplant. Dazu wollen wir im Mai die Aufträge erteilen. Bei dem Projekt gab es einigen Diskussionsbedarf, weil der Umfang der Sanierung festzulegen war. Im Bereich der Feuerwehr müssen die Fenster getauscht werden. Da war die Frage, ob wir das auch in den beiden Wohnungen machen. Die Ölheizung kommt auch weg. Der Friedhofsweg in Unserfrau wird saniert, davor müssen wir noch abstimmen, ob bei der Kirche das Fundament durch die Diözese und die Pfarre trockengelegt wird. Wenn, dann muss das gemeinsam passieren.

Wie geht es Ihnen als Bürgermeister und auch persönlich in der Krise?

Kowar: Das Vorjahr war für mich eine sehr spannende Erfahrung. Vieles, ohne dem wir unser Leben nicht vorstellen haben können, ist nicht mehr gegangen. Anstatt dem ewigen Wirtschaftswachstum nachzulaufen waren wir gezwungen, den Lebensstil zu reduzieren. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Persönlich habe ich anfangs den Lockdown genossen. Es gab keine Termine und somit ein ruhigeres Leben. Als Landwirt war ich auch nicht eingesperrt, da gibt es immer etwas zu tun. Aber jetzt fehlen einfach die sozialen Kontakte. So praktisch die Videokonferenzen sind, weil man sich sehr viel Fahrtzeit erspart, so fehlt auch hier der persönliche Kontakt zu den Kollegen.

In der Gemeinde gab es schon mehrere Coronafälle. Sind Sie mit dem Verhalten der Bürger betreffend den Corona-Maßnahmen zufrieden?

Kowar: Ja, wir hatten Hotspots in einigen Ortschaften. Zum Glück wurde kein Todesfall verzeichnet. Durch einige schwerere Krankheitsverläufe haben auch viele der anfangs skeptischen Gemeindebürger realisiert, dass man sehr schnell selber betroffen sein kann. Ich bin mit dem Verhalten meiner Bürger zufrieden und froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist. Hoffentlich bleibt das so.

Was war für Sie im vorigen Jahr am schlimmsten?

Kowar: Es gab einige Ausnahmesituationen. Schlimm war zum Beispiel der Tod von unserem Altbürgermeister Rudolf Müllner. Die Teilnahme am Begräbnis war nicht möglich. Wir Heinrichser haben uns trotzdem von ihm verabschiedet und sind vor unseren Häusern gestanden.

Womit beschäftigen Sie sich gerade?

Kowar: Vor 50 Jahren wurde unsere Großgemeinde gegründet. Dieses Jubiläum bereiten wir gerade vor. Geplant ist eine Fotoausstellung, die realisierbar sein sollte. Außerdem wollen wir Videos von unseren sieben Katastralgemeinden drehen. Damit hätten wir schon beginnen wollen, aber da hat uns das Wetter dreingepfuscht.