Neues Wasch-Zeitalter in Gmünd. Avia-Station Gmünd erhält neueste Waschanlagen-Innovation als Erster: Ein „Drive-In“ mit System gegen tote Winkel – der Frischwasser-Verbrauch optimiert.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 13. Februar 2020 (05:42)
Hier wird noch gebaut statt gewaschen: Geschäftsführer Andreas Weber mit Dieter Sunk und Alexander Wanda (v.r.) bei der Waschanlagen-Installation der Avia-Station.
J. Bode

Bei der Avia-Station am Kreisverkehr Gmünd-Mitte hat sich zum Wochenbeginn eine größere Baustelle aufgetan: Die in die Jahre gekommene Portal-Waschanlage wird durch das neueste Modell der Firma Kärcher ersetzt – mit einigen Vorteilen für Kunden, aber auch für die Umwelt. „Wir betreten absolutes Neuland, stehen vor einer großen Herausforderung“, sagt Geschäftsführer Andreas Weber, der gut 150.000 Euro in die laufenden Maßnahmen investiert.

„Wasch-Drive-In“

Ein zentrales Plus der neuen Anlage, die nach erfolgreichen Selbstversuchen von Kärcher in Deutschland seit Dezember für den Markt freigegeben ist und in Gmünd erstmals in Österreich aufgestellt wird, betrifft den Komfort. Kunden erwartet hier künftig eine Art „Drive-In“ zum Autowaschen, wie Weber erklärt: „Man muss den Maschinenstart nicht mehr manuell von außen auslösen, sondern kann das Ticket bequem übers Fenster einlesen lassen und dann während des Waschvorganges im Auto bleiben.“ Man fährt also rein, ist während der Wartezeit nicht mehr im Freien den Launen des Wetters ausgesetzt, und fährt dann wieder raus.

Tote Winkel bei Autowäsche sollen Geschichte sein

Kunden sollen auch von der Reinigungs-Leistung des neuen Teiles profitieren. Die in sieben Segmenten angebrachten Bürsten sollen flexibel um die Rundungen des Autos angeschoben werden können und sich trotz der Krümmungen drehen. „Dadurch sollen auch bisher schwer erreichbare Stellen gut gereinigt werden können“, sagt Weber.

„Grüne Anlage“ optimiert Frischwasser-Bedarf

Ersetzt wird freilich nicht nur die Waschanlage an sich, sondern auch allerhand Innenleben im Technikraum von Aggregaten bis zu Pumpen. Und dort macht sich auch eine weitere positive Eigenschaft der neuen Anlage bemerkbar: Sie nimmt zur Überprüfung der Wasserqualität laufend Leitwert-Messungen vor, durch die der Frischwasser-Verbrauch optimiert wird. Wie das funktioniert, und was es bringt?

Avia-Dächer füttern die Waschanlage

Andreas Weber ist Meister im Sparen von Frischwasser. Indem er Regenwasser von den Dächern der Avia-Station auffängt und Abwässer der Waschanlagen durch Bakterien-Einwirkung recycelt, kann er in Summe etwa 1,5 Millionen Liter Wasser Frischwasser pro Jahr einsparen. Die neue Anlage ermittelt zum Beispiel im Winter den Salzanteil des wiederaufbereiteten Nutzwassers und mischt – falls bei zu hohen Werten erforderlich – frisches Wasser bei.

Die Basis für dieses System liefert ein seit Anbeginn in der Erde vergrabenes 100.000-Liter-Becken, wo das von den Dachflächen kommende Regenwasser gesammelt wird. Etwa 300.000 Liter weiches, ideal zum Autowaschen geeignetes Regenwasser fließen auf diese Weise pro Jahr zusammen. Durch Recycling können weitere etwa 1,2 Millionen Liter Wasser pro Jahr eingespart werden, rechnet Andreas Weber vor. Pro Waschgang werden demnach daher lediglich eineinhalb bis zwei Kübel Frischwasser benötigt.

„Selbst Drohnen werden dreckig“

Das Nutzerverhalten hinsichtlich Form und Zeitpunkt des Waschens an der Avia-Station hält der Chef für eine eigene Wissenschaft. Der Ansturm verteile sich etwa 50:50 auf die Lanzen- und die Portal-Waschanlage, sei stark schwankend und wetterabhängig – und in Summe dennoch konstant hoch. Daran wird sich nach Ansicht von Weber auch künftig wenig ändern: „Der Treibstoff-Bereich wird wohl nicht mehr wachsen, aber dafür werden alternative Formen der Mobilitäts-Versorgung zunehmen – selbst Drohen werden dreckig werden.“

Ob das neue „Wasch-Drive-In“ auch sie sauber machen kann, das könnte die fernere Zukunft zeigen. Autofahrer können das neue Teil jedenfalls – wenn alles nach Plan läuft – schon am kommenden Wochenende erstmals testen.