Großschönau

Erstellt am 18. Januar 2017, 04:00

von Markus Lohninger

Großschönau will medizinisches Angebot ausbauen. Gegen drohenden Verlust der Arztstelle: Großschönau will sein medizinisches Angebot sogar ausbauen. Ehrenring für Grübl.

Angesichts der nahenden Pensionierung des Großschönauer Gemeindearztes Werner Tölle will Bürgermeister Martin Bruckner (ÖVP) in die Offensive gehen. Er wolle nicht zuwarten, bis man am Ende womöglich gar ohne Arzt dastehe, sagte er beim Neujahrs-Empfang der Marktgemeinde am 15. Jänner im Schönauerhof – daher will er das Angebot gleich auf die Schaffung eines eigenen Gesundheits-Hauses ausweiten.

Dort sollen selbstständige Spezialisten in eigenen Räumen zusätzliche therapeutische Dienste anbieten können. Die Idee sei, wie Bruckner auf NÖN-Nachfrage präzisiert, die Schaffung einer solchen Einrichtung durch Adaptierungen im bioenergetischen Trainingszentrum (BETZ). Ziel ist es, das Gesundheits-Haus noch heuer zu starten.

Auch in anderen Bereichen krempelt der Gemeindechef die Ärmel hoch. Der Kindergarten-Zubau für die Tagesbetreuung (die NÖN berichtete) soll im Sommer in Betrieb gehen. In Sachen Wasserversorgung bestehe die Möglichkeit einer zentralen Aufbereitungs-Anlage und Einbeziehung neuer Quellen, das würde Sicherheit gewähren.

Einen großen Schub möchte Bruckner längerfristig auch für die Infrastruktur der BIOEM, das überregional wichtigste Aushängeschild Großschönaus, lostreten: Er will die „hohe Professionalität“ der Messe durch den Bau von einer oder zwei fixen Hallen „weiter steigern“. Die Hallen könnten dann auch während des Jahres ein Veranstaltungs-Zentrum bilden.

Ziel: Geld-Abflüsse für Energie unterbinden!

Zugleich drängt er auf die Umsetzung des Energiepaktes aller Waldviertler Kleinregionen, wonach sie bis 2030 ihren Strombedarf zur Gänze selbst decken wollen. 400 Millionen Euro fließen laut Bruckner jährlich für Strom-Zukäufe aus der Region ab – Geld, das hier wertvolle Jobs schaffen könnte.

Der Bürgermeister dankte jenen, die Verantwortung übernehmen und zum Zusammenleben beitragen – sprach ihnen Mut für die Zukunft zu. Denn, so Bruckner: „Es passiert nur, was von Menschen wie du und ich geschaffen wird!“

Was in den vergangenen 25 Jahren alles getan wurde, das bilanzierte ÖVP-Vizebürgermeister Martin Hackl. Er sprach über gebaute oder sanierte Durchfahrten in 12 der 13 Orte, Gehsteige, Wasserver-/Entsorgung infolge des Baus der ersten NÖ Pflanzenkläranlage 1996 in Wörnharts, schnelles Internet in allen Orten seit 1992, Bauten von Sammelzentrum, Bauhof, Sonnenwelt, BETZ, Gemeindeamt oder Volksschule, Kindergarten-Ausbau, Renovierungen aller Kapellen, Spielplätze in allen Orten oder sechs Feuerwehren mit jeweils neuen Fahrzeugen. 25 Vereine – darunter 74 Musiker der Jugendtrachtenkapelle – ergänzen und unterstützen einander gegenseitig, so Hackl: „Wir haben eine Jugend, auf die wir stolz sein können.“

Stolz ist man auch auf langgediente Funktionäre und Amtsträger. Geehrt wurde daher unter anderem der 25 Jahre in der Gemeindepolitik tätig gewesene Alt-Vizebürgermeister Herbert Grübl, der am 66. Geburtstag den Ehrenring als zweithöchste Ehre der Gemeinde erhielt.