Sturm: Betroffene erhalten Hilfe aus Katastrophenfonds. Ein Sturm richtete enormen Schaden an, jetzt muss schnell aufgeräumt werden. ZAMG erhebt dazu die Daten.

Von Karin Pollak. Erstellt am 04. August 2021 (04:30)

Das Unwetter vom 25. Juli hat in Großotten und in Sitzmanns (Bezirk Zwettl) massive Auswirkungen gehabt. „Ein orkanartiger Wirbelsturm hat in unseren Wäldern verheerende Schäden verursacht. Eine Fläche von mehr als 20 Hektar wurde quasi dem Erdboden gleich gemacht“, berichtet Franz Schäfer, einer der rund 20 Betroffenen.

Katastrophenfonds unterstützt. Am 31. Juli trafen diese vor Ort zusammen, um den weiteren Ablauf im Hinblick von Aufräumen und Förderungen zu besprechen. Mit dabei waren Bürgermeister Martin Bruckner, Rainer Kaltenberger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sowie zwei Holzhändler und Harvester-Unternehmer.

„Wir haben jetzt auch nur einen ungefähren Überblick vom betroffenen Gebiet“, sagt Schäfer, der selber mit 200 Festmeter Schadholz rechnet – wobei er eine Fläche noch gar nicht erreichen konnte. „Die Waldbesitzer stehen unter enormen Druck, das Schadholz gehört so schnell wie möglich aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht. Nur so können wir einer Borkenkäferzucht entgegenwirken“, erklärt Bürgermeister Martin Bruckner, der bereits vom Land die Unterstützung seitens des Katastrophenfonds zugesagt bekommen hat.

Zwei Harvester werden nun für die Aufräumarbeiten in den Wäldern um Großschönau sorgen, das Schadholz kaufen zwei Holzhändler. Danach müssen die betroffenen Waldflächen wieder aufgeforstet werden – auf die betroffenen Waldbesitzer kommt neben einem großen finanziellen Verlust auch noch jede Menge Arbeit dazu.

Ursache noch nicht klar. Ob es sich um einen Wirbelsturm, um Fallwindböen oder eine Böenfront gehandelt hat, der diese massiven Schäden angerichtet hat, sei laut dem ZAMG-Spezialisten Kaltenberger noch nicht klar. „Wir sehen uns derartige Schäden an und sammeln die Daten für ein internes Projekt. Diese werden nun gesichtet und in ein bis zwei Wochen soll es Klarheit darüber geben, um welches Naturereignis es sich hier gehandelt hat. Das macht für die geschädigten Waldbesitzer keinen Unterschied, für uns sind das aber wichtige Fakten“, erklärt der Sturmschadenspezialist.

Trotz des großen Schadens sei man in der Region froh, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. „Der Wirbelsturm war ein punktuelles Ereignis, das sich genau an der Bezirksgrenze zu Zwettl ereignet hat. Im Bezirk Gmünd ist Großotten, im Bezirk Zwettl ist Sitzmanns betroffen. Zum Glück zog dieser Sturm nicht über eine Ortschaft hinweg. Da wäre kein einziges Dach auf den Häusern geblieben“, zeigt Bürgermeister Martin Bruckner auf. Die Kraft des Sturmes sei enorm gewesen – sogar Eichen mit einem Stammdurchmesser von knapp 1,5 Metern wurden entwurzelt.

Schadenserhebung wird noch dauern. Die Höhe des Schadens wird die Schadenskommission eruieren und diese wird erst tätig, wenn in den Wäldern aufgeräumt ist. „Gutachter Josef Weichselbaum von der Bauernkammer ist informiert. Es kann anhand des Restholzes und Fotos von Drohnen das Schadensausmaß genau festgestellt werden“, erklärt Bruckner, der froh ist, dass sich die Waldbesitzer professionelle Hilfe beim Aufräumen holen: „Nach einem derartigen Ereignis ist es äußerst gefährlich, selbst in einem Wald Hand anzulegen.“ Außerdem hätten die Landwirte derzeit mit der Ernte genug zu tun und daher auch kaum Zeit, im Wald aufzuräumen, was im Hinblick auf den Borkenkäfer aber so rasch wie möglich passieren sollte. Auch das war Thema bei der Besprechung am Samstag, denn bei so vielen Flächen und betroffenen Waldbesitzern solle es zu keinen Verwechslungen kommen. „Wir müssen aber mit derartigen Ereignissen immer wieder rechnen und damit umgehen lernen.“

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