Weitraer Wirt Hentsch hört auf . Nach fünf Jahren gibt Willi Hentsch den Gasthof von Walter Waschka wieder ab.

Von Karin Pollak. Erstellt am 07. Januar 2021 (04:23)
Willi Hentsch hört Ende März als Betreiber des Gasthofes am Weitraer Rathausplatz auf.
privat

Die Tage, die Willi Hentsch noch den bekannten Gasthof am Weitraer Rathausplatz betreiben wird, sind gezählt. Mit Ende März wird er nach knapp fünf Jahren seinen Beruf als Gastwirt beenden. „Ich will einmal ein geregeltes Leben haben“, bestätigt Willi Hentsch die Gerüchte, die derzeit im Umlauf sind.

„Mit dieser Entscheidung haben weder Corona noch die damit verbundenen finanziellen Einbrüche etwas zu tun. Ich will einmal eine Fünf-Tage-Woche, sowie an den Wochenenden und Feiertagen frei haben. Nach 33 Jahren in der Selbstständigkeit und den damit verbundenen Sieben-Tage-Wochen mit sehr vielen Arbeitsstunden will und kann ich nicht mehr“, erklärt der über 50-Jährige seinen Entschluss, den Gasthof Hentsch, den er im Juli 2016 von Walter Waschka übernommen hat, wieder aufzugeben.

„Interessenten gibt es, aber noch nichts Konkretes.“ Willi Hentsch zur Nachfolger-Suche am Rathausplatz

„Mir ist es aber wichtig, dass wir einen Nachfolger finden und der gut gehende Gasthof weitergeführt wird. Interessenten gibt es, aber noch nichts Konkretes“, erzählt Hentsch, der sich als Wirt und als Schuhmacher in Weitra einen Namen gemacht hat. „Die Schusterei betreibe ich ja immer noch.“

Mitarbeiter könnten übernommen werden

Ein potenzieller Nachfolger könne, so Hentsch, sofort nach der Übernahme starten: „Wenn er will, kann er auch mein Team übernehmen. Das ist wirklich motiviert und gut eingespielt. In der Gastronomie ist das besonders wichtig. Ich kann mich nur bei meinen Mitarbeitern für das gezeigte Engagement bedanken.“ Insgesamt sind es 13 Mitarbeiter, die bei Hentsch in Teil- bzw. Vollzeit angestellt sind.

Für Willi Hentsch enden somit im März „fünf tolle Jahre, mit vielen schönen und einigen nicht so schönen Erlebnissen.“ Bis dahin werde der Gasthof so wie bisher weitergeführt. Aber dann würden bei Willi Hentsch Gesundheit und Lebensqualität im Vordergrund stehen: „Man wird nicht jünger, die Belastung wird mir einfach zu groß und ich möchte einmal abseits des Gastgewerbes arbeiten. Es ist natürlich ein Schritt in die Ungewissheit.“

Optimistisch für das Weitraer Jubiläumsjahr

Der Gasthofbesitzer Walter Waschka erfuhr von diesen Plänen Mitte Dezember.

„Der Gasthof läuft sehr gut und ich bin überzeugt, dass sich ein Nachfolger finden wird“, sagt er zur NÖN. Gerade in diesem Jahr, in dem Weitra das Jubiläum „700 Jahre Braustadt Weitra“ begehen kann, brauche es einen Gasthof am Rathausplatz.

Das meint auch VP-Bürgermeister Patrick Layr: „Natürlich ist das keine gute Nachricht für Weitra. Aber es laufen schon intensive Gespräche und ich bin guter Dinge, dass es bald für dieses bekannte Haus einen neuen Pächter gibt.“