Feuerwehr macht Schule: 20 Mittelschüler nun Kameraden. 20 Schüler werden an der Neuen Mittelschule Weitra zu „Jugendlichen Feuerwehrmitgliedern“ ausgebildet. Mit der „Jungen Feuerwehr“ läuft hier ein landesweit einzigartiges Pilotprojekt, von dem Schüler, Feuerwehren und auch die Allgemeinheit profitieren.

Von Karin Pollak. Erstellt am 08. Mai 2019 (19:02)

Drahtzieher ist Lehrer Valentin Österreicher, der bei der Feuerwehr Unserfrau als Kommandant-Stellvertreter agiert.

„Ich habe meinen Beruf und mein Hobby verbunden“, so Österreicher, der die „unverbindliche Übung“ startete und leitet. „Ziel ist es, den Nachwuchs bei den Feuerwehren zu fördern, das soziale und mitmenschliche Engagement zu stärken und auch die Freiwilligkeit zu forcieren“, sagt dazu NMS-Direktor Hubert Prinz, der zur Projektpräsentation neben zahlreichen Feuerwehr- und Gemeindevertretern auch Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und NÖ Bildungsdirektor Johann Heuras begrüßte.

Eine Schulstunde pro Woche ist für die „Junge Feuerwehr“ vorgesehen, der Unterricht findet geblockt statt. Die 20 interessierten Schüler, die bereits alle den Feuerwehren ihrer Wohnorte angehören, lernen das Basiswissen, werden durch Besuche beim Roten Kreuz, bei Bundesheer oder Polizei für den Ernstfall und die Hilfeleistung sensibilisiert und erhalten im Zeugnis die Teilnahme an diesem Freigegenstand bestätigt. „Die Schulen haben Kooperationen mit Pflegeheimen, Musik- und Sportvereinen. Mit der größten Organisation im Land, der Feuerwehr, gab es diese noch nicht. Jetzt können wir für sie  junge Feuerwehrmitglieder ausbilden“, freut sich Österreicher.

 "Projekt hat Zukunft"

 Für ihn, die Schule und allen daran Beteiligten gab es bei der Präsentation großes Lob. „Jeder Partner ist ein Gewinner, daher ist dieses Projekt toll. Das stärkt die jungen Schüler, macht sie hilfsbereiter und bringt damit einen unglaublichen Mehrwert“, meint Heuras. Fahrafellner hebt den „Riesengewinn für die Feuerwehren“ hervor. „Das Vorbildprojekt braucht solche Leute wie Valentin Österreicher, leider haben wir die nicht überall. Eine Feuerwehrjugend zu gründen ist schwierig, aber dieses Projekt hat Zukunft“, so Fahrafellner, der ankündigte, das Zutrittsalter bei den Feuerwehren im Herbst herabzusetzen.

Für die 20 Mitglieder der „Jungen Feuerwehr“ gab es im Zuge der Präsentation eine spontane Einladung zur großen Übung im Juni bei der Feuerwehr Groß Wolfgers. „Wer die Jugend hat, hat Zukunft. Gratulation für diese Super-Sache und an Valentin Österreicher“, meinte Bezirksfeuerwehrkommandant Erich Dangl.

Das bereits angeeignete Können präsentierten die jungen Feuerwehrburschen und -mädchen im Anschluss bei einer „Schauübung“ auch für das Fernsehen.