Hürde nun bei Gmünder Stadteinfahrt geplant. Ein Jahr nach Ankündigung: Gmünder SPÖ erinnert an Kampf gegen Tempobolzer, Stadtregierung spricht von adaptierten Plänen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 18. September 2020 (05:00)
Der angekündigte Fahrbahnteiler für die Schremser Straße soll nun schon direkt bei der Stadteinfahrt kommen.
Markus Lohninger

Genau ein Jahr ist es her, seit die NÖN über Pläne der Gmünder Stadtführung zur Entschärfung der Verkehrssituation an der stark und oft zu schnell befahrenen Stadtausfahrt über die Schremser Straße berichtete. Vizebürgermeister Hubert Hauer (AfG) hatte damals den Bau eines Fahrbahnteilers in Aussicht gestellt und auch von einer Verlängerung des bestehenden Radweges von der „Hüther-Kurve“ bis zur Einmündung in den Weg zum SV-Sportplatz gesprochen.

Opposition wird ungeduldig

Ein Jahr später wird die Opposition allmählich ungeduldig. „Zuerst gab es das Versprechen, mittlerweile wird über das Projekt nicht einmal mehr geredet“, sagt SPÖ-Stadtrat Thomas Miksch.

SP-Stadtrat Thomas Miksch fürchtet, dass das Projekt eingeschlafen ist.
SPÖ Gmünd

Es gehe hier um die Sicherheit vor allem auch vieler Gmünder Schüler, die die Straße täglich queren müssen, aber auch um die Entwicklung des Radwegenetzes der Stadt. Und, so Miksch: „In Sachen Radwege wurde sehr viel getan. Jener in der Hüther-Kurve ist aber permanent verschmutzt und gefährlich, und damit eher Negativwerbung für die Stadt.“

Stadtregierung hält an Vision für Fahrbahnteiler fest

Eigentümer der Schremser Straße ist das Land NÖ, dessen Straßenbauabteilung Waidhofen müsste das Projekt unter Beteiligung der Stadt Gmünd abwickeln. Und daran halten beide Seiten immer noch fest, betont Vizebürgermeister Hauer heute gegenüber der NÖN. Die Idee eines Fahrbahnteilers auf Höhe des Schutzweges an der Abzweigung Schögglgasse sei aber verworfen worden – wegen enger Platzverhältnisse und Bedenken einzelner Anrainer.

Vizebürgermeister Hubert Hauer: Pläne wegen Anrainern geändert.
NOEN

„Die Planungen laufen daher aktuell eher in Richtung eines Fahrbahnteilers schon näher bei der Einfahrt, etwa auf Höhe der Firmen Einfalt/Avia. Dort ist er flächenmäßig leichter umzusetzen und käme der Gemeinde günstiger, weil kein Grund erworben werden müsste“, sagt Hubert Hauer. Geopfert werden müssten lediglich einzelne ohnehin kaum genützte Plätze für Längsparker.

Umsetzung noch heuer?

Und, so der einst langjährige SPÖ-Stadtrat mit nun eigener Liste: Die Sozialdemokraten würden keinesfalls aus dem Projekt ausgeschlossen, „wir binden sie natürlich ein, sobald konkrete Unterlagen vorliegen“. Ziel sei eine Umsetzung in naher Zukunft, wobei über allen außerordentlichen Projekten derzeit freilich wegen der Corona-Folgen mit Einnahme-Ausfällen für Kommunen das dicke Fragezeichen der Finanzentwicklung steht.

Rosenmayer: Zu hohes Tempo bei allen Einfahrten!

Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) ortet hingegen zu hohe Geschwindigkeiten bei allen Gmünder Stadteinfahrten und in der Ortschaft Haid. Um darauf aufmerksam zu machen, wurden ihr zufolge zu aktuell zwei Tempo-Messgeräten der Stadt zwei weitere Geräte geliehen und zwei zusätzliche Neugeräte bestellt. „Wer darauf aufmerksam gemacht wird, dass er zu schnell dran ist, geht normalerweise automatisch runter vom Gas“, glaubt sie.

Radwege: Problem-Kurve, Lückenschlüsse, Schnellverbindungen

Der Zustand des Radweges bei der Hüther-Kurve ist indes ihr und auch Hauer bewusst. „Er müsste eigentlich breiter sein und eine Spritzdecke erhalten, um robuster zu sein“, sagt Vize Hauer. Auch dazu soll es Gespräche mit der Straßenbauabteilung geben.

Generell sollen in nächster Zeit mehrere verbliebene Radweglücken geschlossen werden – in der Stadt und in Richtung der Nachbargemeinden. Zur Radwegverbindung zwischen Bahnhof und – am Bahnschranken vorbei – den Radwegen bei Lagerstraße/Gasthof Schachner steht laut Bürgermeisterin Rosenmayer ein Gespräch mit dem Zuständigen des Landes NÖ an.

Forciert sollen mit Förderungen von Land und Bund auch mittelfristige Schnell-Verbindungen etwa zum gut ausgebauten Radweg Kleedorf-Schrems und von der Sole-Felsen-Welt in Richtung Waldenstein werden, Hubert Hauer: „Dabei könnte sich die Option auftun, sich mit dem Lückenschluss zwischen Hüther-Kurve und Sportplatz anzuhängen.“