36. Hoftheater-Spielsaison: „Wir sind jederzeit bereit“. Wann wird in Pürbach wieder Theater gespielt? Intendant Hierländer plant weiterhin ab 14. Mai.

Von Johannes Bode. Erstellt am 19. April 2021 (05:49)
Gerhard Ernst spielt in „Der Blunzenkönig“.
R. Hartl-Gobl

Am 14. Mai soll es losgehen: Das Wald4tler Hoftheater will mit der Premiere von „Der Blunzenkönig“ in seine 36. Spielsaison starten. Jedenfalls wenn es Pandemie und Politik möglich machen.

Die Eigen- und Koproduktionen des Hoftheaters wurden in der vorigen Woche öffentlich gemacht. Derzeit ist Intendant Moritz Hierländer noch skeptisch, ob der geplante Saisonbeginn hält. Dennoch: „Wir machen alles, was in unseren Möglichkeiten steht, um jederzeit vorbereitet zu sein.“ Stücke werden fertig produziert, für „Der Blunzenkönig“ wird in Wien bereits geprobt: „Wir wollen auf jeden Fall starten, sobald wir dürfen“, so Hierländer. Aber auch für etwaige Verschiebungen wird man sich vorbereiten.

Ab 19. April kann man telefonisch oder per Mail Karten reservieren. Anfang Mai soll es auch in gewohnter Weise ein Programmheft geben – allerdings nur mit Terminen bis Ende August. „Ich hoffe, wir wissen dann im Juni, wie es im Herbst weitergeht.“

„Der Blunzenkönig“ ist in der speziellen Fassung für das Hoftheater eine Uraufführung. Im Stück geht es um einen Fleischermeister am Land. Sein Sohn, der den Betrieb übernehmen soll, will aus der Fleischerei und dem Wirtshaus eine „Bio-Körndl-Station“ machen – womit der Vater naturgemäß gar nicht einverstanden ist. Der Text von Christoph Frühwirth wurde 2015 verfilmt. Hierländer verspricht einen „unterhaltsamen Generationenkonflikt mit den grandiosen Schauspielern Erika Deutinger und Gerhard Ernst.“

Robert Seethalers „Der Trafikant“ ist 2012 als Roman erschienen, das Hoftheater spielt im Juni die von Seethaler selbst verfasste Theateradaption. Es ist die Geschichte des 17-jährigen Franz Huchel vor dem Hintergrund des erstarkenden Nationalsozialismus.

Eine „überzeichnete Satire“ kündigt Hierländer für August an: Die Ko-Produktion mit dem Theater Steudltenn, „Friedl Bison und seine Kinder“ von Hakon Hirzenberger über eine Familie, die um das Erbe des Vaters streitet – eine „Kriminalkomödie über Geld, Gier und eine missglückte Familienaufstellung“.

Im Herbst soll „Arthur & Claire“ von Stefan Vögel, der dem Hoftheater-Publikum kein Unbekannter mehr sein sollte, gespielt werden. Das Stück wurde auch bereits verfilmt – 2015 mit Josef Hader. Für den Herbst verspricht Hierländer außerdem, einige Gastspiele vom letzten Jahr nachzuholen. Eine Wiederaufnahme ist auch „Walden“, eine Theaterfassung von Thoreau´s berühmten Aussteiger-Text. Ein Teil des Walden-Bühnenbildes wird auch in der restlichen Saison geplant: In der „Off Box“ will das Hoftheater spontan kurze Performances, Konzerte, Theaterszenen, Lesungen oder Installationen zeigen.