Uli Boettcher: „Es ist natürlich ein Quatsch-Musical“. Comedian Uli Boettcher im NÖN-Gespräch über „Das Traumschiff“, über das „Wald4tler Hoftheater“ und sein „Hoftheater“ in Deutschland.

Von Johannes Bode. Erstellt am 07. Juni 2019 (04:20)
Bode
Udo Zepezauer, Dagmar Schönleber und Uli Boettcher wenige Tage vor der Premiere im Wald4tler Hoftheater.

„Wellen, Wind und Wahnsinn“ gibt es ab 5. Juni im Wald4tler Hoftheater, wenn Uli Boettcher mit Dagmar Schönleber und Udo Zepezauer die Komödie „Das Traumschiff“ auf die Bühne bringt. NÖN-Mitarbeiter Johannes Bode sprach mit Boettcher.

NÖN: „Das Traumschiff“ spielt ihr zu dritt – wird das Stück theatralischer als Ihre Solo-Programme?

Uli Boettcher: Es ist der Versuch, dass drei Solisten aus dem Kleinkunstbereich etwas zusammen machen. Die Idee war ein Sommertheater zu machen – es läuft zehn mal hier, zehn Mal in meinem „Hoftheater“ in Baienfurt –, das etwas spezieller ist als das, was wir sonst machen. An sich ist es eine Art Musical, aber natürlich ein albernes Quatsch-Musical, dass das Genre des „Traumschiffs“ aufs Korn nimmt. Man könnte sagen, es ist ein „Comical“ – leichte und schnelle Unterhaltung.

Wo kommt der Text her, hat er mit dem ursprünglichen „Traumschiff“ etwas zu tun?

Boettcher: Den Text in seiner Urform hat ein Kollege von uns geschrieben, Bernd Breitbach. Wir haben ihn in der Probezeit angepasst und ergänzt. Es ist ein ganz neues Stück, speziell für uns geschrieben. Es kommen die bekannten Figuren vor, der Chef-Steward heißt Sascha Hehn, sieht aber natürlich ganz anders aus.

Seit 2011 gibt es Ihr „Hoftheater“ in Baienfurt in Baden-Württemberg. War das „Wald4tler Hoftheater“ dafür ein Vorbild?

Boettcher: Auf jeden Fall ein Taufpate. Ich komme ja seit 2002 jedes Jahr hier her. Die Idee, dass man so eine eigene Brutstätte hat, hat mich fasziniert. Wir sind allerdings mehr eine Kleinkunstbühne, und nicht in dem Maß eine Produktionsstätte wie das Hoftheater hier. Wir machen viele Gastspiele, unsere Bühne ist auch kleiner.

Sie interagieren ja auf der Bühne viel mit dem Publikum, suchen auch nach der Vorstellung das Gespräch – wie ist das als Deutscher hier im Waldviertel?

Boettcher: Ich mag´s total und komme sehr gerne hier her. Die Leute reagieren anders als bei uns, nicht besser oder schlechter, sondern halt einfach anders. Darauf muss man sich einstellen, und das find ich spannend. Die Zuschauer hier sind außerdem sehr angenehm.

Inwiefern anders? Wird an anderen Stellen gelacht?

Boettcher: Ja, die Humorlage insgesamt ist ein bisschen anders, was nicht überraschend ist – das ist in Deutschland in verschiedenen Gegenden ja auch so. Je nach Region sind die Problemlagen anders, und das hat auch auf den Humor Auswirkungen. In der Stadt zu spielen ist anders als auf dem Land.

Sie lernen also über das Publikum die Eigenheiten der Region kennen?

Boettcher: Ja. Und ich liebe die Gegend. Ich fahre gern Mountainbike, und das ist ideal hier.

Wird es auch beim „Traumschiff“ Interaktionen mit dem Publikum geben?

Boettcher: Ja, das machen wir alle drei sehr gerne. Wir haben es auch explizit eingebaut – unter anderem weil es Umzugspausen gibt, die wir so füllen werden.