Strasser mit klarem RAN-Sieg Rad-Ultrastaatsmeister. Christoph Strasser holte sich RAN-Sieg in Fabelzeit. Waldviertler stark drauf. Event ein voller Erfolg.

Von Maximilian Köpf. Update am 22. September 2020 (11:03)

Christoph Strasser mag offenbar keine kalten Schnitzel. Ein frischgebackenes erwartete die österreichische Ultrarad-Legende nämlich Schlag zwölf Uhr Samstagmittag auf dem Weitraer Rathausplatz. Ebendort sagte der Steirer am Freitagabend auf der Startbühne des Race Around Niederösterreich, dass er die 600km und 6.000hm im Idealfall bis zum nächsten Tag mittags abgespult haben möchte.

Rekord pulverisiert

Er hielt Wort. Strasser holte sich bei der zweiten RAN-Auflage, die coronabedingt in den Herbst gewandert ist, souverän den Gesamtsieg und den Ultrarad-Staatsmeistertitel – und pulverisierte dabei den Streckenrekord von Dominik Schickmair (19:10std) aus dem Vorjahr um 1:40std. Strasser umrundete das größte Bundesland in 17:30std.

Dabei lief das Rennen anfangs gar nicht so nach Plan. Der größte Herausforderer Strassers auf den Gesamtsieg, Robert Müller, gab nämlich nicht klein bei, sondern klotzte ordentlich. Wissend, dass er den Favoriten im Nacken sitzen hatte, drückte der Deutsche aufs Tempo. Erst nach dreieinhalb Stunden passierte der Strasser-Express.

Herausforderer brach weg

„Für Strasser war‘s bis dorthin eine mentale Challenge, weil er sich gefragt hat, warum er nicht vorbeikommt“, sagt RAN-Organisator Christian Troll. „Müller hat sich mit dem hohen Tempo aber ein bissl abgeschossen.“ Der Deutsche fiel in der zweiten Hälfte zurück und büßte auch Rang zwei an Philipp Kaider ein.

„Mir gefallen solche Rennen mit starken Gegnern. Bis Wiener Neustadt schaffte ich einen 39er-Schnitt. Da wusste ich, dass es eine Super-Zeit werden könnte“, beschreibt Strasser. Der zweite Teil des Rennens führte über die Berge, vom Semmering über die Kalte Kuchl und ab der Donau ging es bis Weitra ebenfalls nur bergauf. „Bei der Kalten Kuchl war es mit 1 Grad Celsius extrem. Ich freue mich über mein zweites Meistertrikot und den Organisatoren gratuliere ich zu einem perfekten Rennen!“

Titel im ersten Ultrarennen

Auch die Organisatoren ziehen zufrieden Bilanz: „Ein unglaublich cooles Rennen, tolles Feedback. Christoph Strassers Worte sind ja schon wie ein kleiner Ritterschlag“, sagt Troll. „Es ist eine Freude, wenn du das Glänzen in den Augen der Fahrer siehst.“

Mit einem Strahlen im Gesicht kam auch Elena Roch ins Ziel. Die Tirolerin lieferte sich über drei Viertel der Strecke ein Battle mit Bianca Bischof. Die Führung wechselte mehrmals. Auf den letzten hundert Kilometern holte sich Roch den Sieg und den Staatsmeistertitel – im ersten Ultrarennen! „Nach den Erfolgen von Christoph Strasser und Alexandra Meixner wollte ich das auch einmal ausprobieren. Ich hätte nie gedacht, dass ich schneller als Bianca bin“, war Roch überglücklich. Übrigens unterbot sie auch Meixners Siegerzeit aus dem Vorjahr um 37min, finishte in 22:36std.

Starke Waldviertler

Der Sonnenschein spornte die Fahrer zu Top-Leistungen an. Mit dem Gutenbrunner Jürgen Hahn schrammte ein Waldviertler als Vierter nur knapp am ÖM-Podest vorbei (Gesamt-Siebenter; 20:54). Georg Prinz verpasste als 13. knapp die Top 10 (22:12). Auch der Langegger Christoph Lavicka, der im Vorjahr nicht ins Ziel kam, fand seinen Frieden mit dem RAN, finishte in 27:07.

Dritte Auflage fast fix

Bei den Frauen fehlte indes heuer eine Waldviertlerin. Xandi Meixner war in der Zuschauerrolle, feuerte Fahrer an und gab Tipps im Livestream von Sportland NÖ, der das gesamte Rennen im Internet übertragen hat. „Eine so lange Übertragung war einzigartig“, sagt Troll. „Mehr als 50.000 Leute haben reingeklickt, wobei wir erst auswerten müssen, wieviele echt zugeschaut und nicht nur kurz reingeklickt haben.“

Für das kommende Jahr ist die dritte Auflage des Race Around NÖ schon praktisch fix – anvisiert wird der 7. und 8. Mai. Dafür sind jetzt schon knapp 40 Starter angemeldet, die ihre Anmeldung vom Mai gleich auf 2021 umgemeldet haben. Auch Strasser begann im Zielinterview zu planen, wie er 2021 wieder kommen kann. Das Schnitzel dürfte geschmeckt haben.