Gmünd: Spiel führt zu „Stadtrad“. Ominöses Fahrrad am Stadtplatz wurde zum Finden abgestellt – als „Fundpunkt“ beim Geocaching. Dass nun aber der Sattel fehlt, ist nicht gewollt.

Von Karin Pollak. Erstellt am 07. Februar 2021 (05:17)
Einige Fragen zum „Stadtrad“ sind gelöst. Aber nicht alle.
privat

Das „Gmünder Stadtrad“ bewegt, und das ist laut dem Besitzer durchaus gewollt: Mit den Fragen im vorwöchigen NÖN-Spaziergänger, ob das inzwischen sattellose Bike vor der Minibar vergessen oder der Besitzer im Lockdown gar in der Bar eingesperrt worden sei, habe der rechtmäßige Besitzer gerechnet, sagt er. Aber: „Es stimmt keines dieser Gerüchte. Das Fahrrad habe ich bewusst hier abgestellt. Es ist ein Fundpunkt beim Geocaching, einem weltweiten Suchspiel mit vielen Teilnehmern“, sagt der Gmünder, der zu seiner Person nicht mehr verraten möchte. „Geocaching hat etwas mit Spannung zu tun und die soll erhalten bleiben.“

Er habe damit gerechnet, dass das Rad einmal in der NÖN thematisiert werde. „Dass es sich dabei um den fehlenden Sattel drehen wird, war aber nicht geplant“, sagt er. Weil: Der sollte sehr wohl am Rad bleiben. Wer ihn abmontiert und mitgenommen hat, das weiß der Besitzer nicht. „Eine Anzeige wird es nicht geben“, setzt er auf die Vernunft des Übeltäters: „Ich bin davon überzeugt, dass der Sattel wieder zurückgebracht wird.“

„Geocaching hat etwas mit Spannung zu tun, und die soll erhalten bleiben.“ Der Besitzer des Fahrrades

Der begeisterte Geocacher erklärt sein Hobby so: „Mit verschiedensten Installationen, die für den Großteil der Bevölkerung unentdeckt bleiben, werden Menschen auf außergewöhnliche und besonders sehenswerte Plätze aufmerksam gemacht.“ Diese Plätze gibt es mittlerweile überall auf der Welt, durch das Spiel gelangt man auch zu Plätzen, die in keinem Reiseführer zu finden sind.

Der Gmünder hat neben dem Rad am Stadtplatz noch andere Installationen im Stadtgebiet platziert. „Auf diese Weise ist es mir bereits gelungen, mehrere tausend Besucher in unsere wunderschöne Grenzstadt zu locken“, betont er. In den Online-Plattformen, in denen Geocacher ihre „Funde“ eintragen, seien bereits Gmünd-Besucher aus Australien, Asien und den USA zu finden. Den Fundpunkt am Fahrrad haben seit seiner Installation vor einem Monat um die 30 Geocacher entdeckt – und vorwiegend als „besuchenswert“ eingestuft.