Nur Litschau traut sich fix über den Adventmarkt. Traditionelle Märkte wird es in den Städten wohl nicht geben, Alternativ-Programme sollen Besucher anlocken.

Von Karin Pollak und Franz Dangl. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:56)
Zweite Auflage in der Schrammelstadt geplant: Die erfolgreiche Premiere des Litschauer Advents „Von Haus zu Haus“, die Zeno Stanek im Vorjahr organisiert hatte, soll es auch heuer wieder geben.
Sebastian Dangl

Kein Glühwein, kein Punsch, keine Spiralkartoffeln, keine Bäckereien und kein Kunsthandwerk – in den Städten des Bezirkes wurden in den vergangenen Tagen die Adventmärkte (fast fix) abgesagt. Es wird aber Alternativen geben. Nur Litschau hält am Adventprogramm „Von Haus zu Haus“ am 28. November fest.

Gmünd: „Bewegte Auslagen“

In der Bezirksstadt Gmünd ist die Planung für ein Ersatzprogramm zum beliebten Adventmarkt beim Alten Rathaus schon fertig. „Ein Adventmarkt wäre in der derzeitigen Situation für alle unzumutbar. Wir wollen trotzdem Besucher in die Stadt locken und sorgen für ‚Bewegte Auslagen‘, die natürlich auch für Kinder einen gewissen Anreiz darstellen sollen“, betont Echt-Gmünd-Obmann Peter Ruzicka.

Anstatt des beliebten Adventmarkts am Gmünder Stadtplatz werden sich in der Bezirksstadt die Auslagen bewegen. Darauf freuen sich Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Vize Hubert Hauer, Echt-Gmünd-Obmann Peter Ruzicka und Thomas Breit mit Tochter Anna.
Markus Lohninger

Vorgabe ist, dass sich in den Auslagen wirklich etwas bewegen soll. „Da soll es Flieger geben, die in der Auslage herumfliegen, Räder, die sich drehen oder ein Weihnachtsmann, der winkt. Der Fantasie der Geschäftsleute sind da keine Grenzen gesetzt“, erklärt Thomas Breit, der bei der Organisation und Auslagengestaltung tatkräftig mithelfen will.

Echt Gmünd hat dazu auch einen Dekorateur aus Oberösterreich ins Boot geholt. „Die Auslagen, die alle mit einheitlichen Rahmen versehen werden, sollen zum Flanieren durch die Stadt einladen. „Dazu gibt es das traditionelle Gutscheinheft, in dem auch ein Plan zu finden ist, wo sich die bewegten Auslagen genau befinden werden“, verrät Breit.

Stadtgemeinde hilft mit

Mit dabei ist auch die Stadtgemeinde Gmünd, die einige leer stehende Auslagen in Gmünd gestalten will. „Das freut uns natürlich sehr“, so Ruzicka, der hofft, dass viele von dieser Idee begeistert sein werden.

In Bewegung sollen sich die Auslagen ab 28. November setzen. An diesem Wochenende ist auch der beliebte Wochenmarkt geplant. Und dann kann man bis Weihnachten die Auslagen – und natürlich auch die Geschäfte – besuchen.

Kein Markt bei den Käsemachern

Auch in Heidenreichstein fällt der gewohnt gut besuchte Adventmarkt in der Käsemacherwelt (21. und 22. November) ins Wasser. Trotzdem läuft dort der Betrieb in Schaukäserei, Geschäft und Restaurant wie gewohnt weiter und lädt zum Besuch ein. „Wir stehen weiterhin allen Kunden und Interessenten gerne zur Verfügung und bieten auch allerlei Weihnachtspräsente an“, so Bianca Steiner.

Jubiläumsmarkt nur mit etwas Glück

Noch nicht fix abgesagt ist der stimmungsvolle Burgadvent, der heuer bereits zum zehnten Mal als Jubiläumsveranstaltung in der Burg Heidenreichstein über die Bühne gehen sollte. Alexandra Weber hofft seitens der Veranstalter noch immer auf ein Quäntchen Glück. „Wir wollen noch ein bis zwei Wochen abwarten, wie sich die Lage entwickelt, um dann eine endgültige Entscheidung über die Durchführung des Burgadvents zu treffen.“

Neues hingegen bieten heuer die Betriebe von Heidenreichstein-Creaktiv: War man in den vorigen Jahren mit einem „Voradvent“ in zahlreichen Geschäften aktiv, so starten die Betriebe heuer schon am 23. und 24. Oktober mit teilweise verlängerten Öffnungszeiten und tollen Angeboten bei den „Shopping-Tagen“ in Heidenreichstein. „Sollte dieses Angebot angenommen werden und erfolgreich ablaufen, so wollen wir diese Aktion auch in der Adventzeit Anfang Dezember nochmals starten“, so Creaktiv-Obmann Thomas Böhm.

Weitra: „Cooles und lässiges Programm“

Die Weitraer Adventtage, die alljährlich Tausende Besucher angelockt haben, wird es ebenfalls nicht geben. „Wir von der Werkstatt Weitra arbeiten aber bereits an einem Alternativprogramm“, sagt Alexandra Kuttner. Ideen würde es viele geben.

„Aber wir müssen einmal schauen, was überhaupt umsetzbar ist. Unser Ziel ist es, den Weitraern und den Gästen ein cooles und lässiges Programm zu bieten“, so Kuttner. In den nächsten zwei Wochen werde also getüftelt, dann soll die Alternative zu den Weitraer Adventtagen schon fixiert sein.

Litschau: Von Haus zu Haus

Zeno Stanek kann mit einer positiven Meldung aufwarten: Der Litschauer Advent „Von Haus zu Haus“ soll unter Berücksichtigung der Corona-Maßnahmen am ersten Adventsamstag (28. November) stattfinden.

„Wir werden das Programm so zusammenstellen, dass sich die Besucher weniger im Inneren der Häuser aufzuhalten brauchen. Man kann ja auch im Freien die hausgemachten Werke und Kunstwerke präsentieren“, betont Stanek.

Geplant sei auch eine Veranstaltung im Herrenseetheater. „Auch hier können wir die geforderten Abstände einhalten.“ Mit einer Bühne in der Stadt soll der Litschauer Advent noch ein Highlight erhalten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Adventmarkt durchführen können. Die Premiere im Vorjahr war ja sehr erfolgreich“, meint Stanek.

Schrems abgesagt

In Schrems wird es heuer den Adventmarkt, der immer am Wochenende vor Adventbeginn stattgefunden hat, nicht geben. Derzeit gibt es auch noch keine Alternative.

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