Aufatmen an Covid-Front im Bezirk Gmünd. Erstmals heuer zwei Tage ohne Infektionen. 2.400 Stiche pro Woche.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 10. Juni 2021 (04:21)
Bezirkshauptmann Stefan Grusch hat keine Problemgemeinden mehr.
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Rechtzeitig zur nächsten Stufe der Covid-Lockerungen mit 10. Juni hat es Bezirkshauptmann Stefan Grusch jetzt schwarz auf weiß: Das Infektionsgeschehen ging im Gmünder Bezirk trotz des Endes des Lockdowns massiv zurück, am ersten Juni-Wochenende wurde erstmals heuer an zwei Tagen in Folge keine einzige Neuinfektion mehr verzeichnet.

Von Griesbach bis Großpertholz. Nur zwölf Einwohner galten am Abend des 7. Juni noch als infiziert, ein Drittel weniger als eine Woche davor. Sie verteilten sich punktuell von Griesbach über Schrems bis Großpertholz quer über den Bezirk. Am Klinikum werden noch zwei Covid-Patienten intensivmedizinisch versorgt, Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus registrierte die Behörde aber schon länger keinen. In der Statistik des Landes NÖ ist bisher von 57 Covid-Toten im Bezirk Gmünd die Rede – bei 2.760 jemals Infizierten unter den 36.300 Einwohnern.

Kommunales Testgeschehen dürfte zurückgefahren werden. Das Impfzentrum im Access-Park wurde indes unterm Kommando der Behörde nun auf Vollbetrieb hochgefahren, dienstags bis freitags sowie sonntags können mittlerweile insgesamt mehr als 2.000 Impfungen pro Woche vorgenommen werden. „Da geht schon einiges weiter“, freut sich der Bezirkshauptmann.

Weil zudem immer stärker auf zugelassene Selbsttests zurückgegriffen wird, kündigen sich allmählich Erleichterungen für die Helfer der zehn kommunalen Teststraßen an. Grusch: „Ich gehe fast davon aus, dass das Test straßen-Angebot nach der aktuellen Evaluierung langsam zurückgefahren werden kann. Zeit und Geld sollten nicht unnötig vergeudet werden.“

Von Angesicht zu Angesicht. Wegen der Entspannung kehrt die Behörde bei Besprechungen verstärkt physisch an den Tisch zurück. So wurden am Montag die Bürgermeister aller Gemeinden an den Holz-Importschneisen im Detail über die im Beisein von Ludwig Schleritzko verhandelten Maßnahmen und ihre Möglichkeit der Einflussnahme informiert (die NÖN berichtete). Stefan Grusch: „Jetzt erheben sie in den Gemeinden, was gewünscht wird – und dann wird geprüft, was davon erfüllbar ist.“ Die Bahn sei genauso ein Thema gewesen. „Wenn der überwiegende Teil der Holzimporte direkt im Waldviertel verarbeitet wird, greift sie aber nicht wirklich“, beteuert Grusch.