Die Kandidaten der Burgstadt Heidenreichstein. Wer sind die Heidenreichsteiner Spitzenkandidaten zur Gemeinderatswahl? Wofür stehen sie? Was sind ihre Visionen für die Stadt?

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. Januar 2020 (04:12)
Gerhard Kirchmaier (SPÖ), Margit Weikartschläger (ÖVP), Mario Groschan (FPÖ) und Manuela Schuster (Grünen Liste)
zVg; Grüne NÖ

Ihre Kurzbilanz: Wie hat sich die Stadtgemeinde Heidenreichstein seit der Gemeinderatswahl 2015 entwickelt?

Gerhard Kirchmaier: Wir erfüllten beim Bildungscampus die Mittelschul-Sanierung & den Kindergarten-Ausbau, gewannen einen neuen Arzt, erreichten Barrierefreiheit bei Polizei & Gemeinde, Ausbau/Sanierung der Infrastruktur (Glasfaser, Straßenbeleuchtung, Trinkwasser, Kanal). Naturpark, Solartaxi, Feuerwehren, Vereine werden aufgewertet.

Margit Weikartschläger: Mit nötigen Wasserleitungs- und Kanalbauten konnte der Glasfaserausbau für unsere Wirtschafts- betriebe kombiniert werden. Sanierung der Naturparkschule, Kindergarten-Umbau, Solartaxi-Fortführung, immerwährender Naturpark-Erhalt und der Lehrgang für Holzhybridbau waren erfolgreich umgesetzte Projekte.

Mario Groschan: An sich ist die Arbeit der Gemeinde nicht schlecht. Jedoch passiert nicht viel Neues. Es wird verwaltet und es scheint, als warte man darauf, dass etwas voran geht. Die üblichen Pflichttermine werden wahrgenommen, jedoch fehlt es uns an richtungsweisenden Vorhaben. Hier wollen wir treibende Kraft sein.

Manuela Schuster: Insgesamt hat die Politik eher verwaltet als gestaltet. Einige Akzente, oft von Vereinen, Unternehmen oder Privatpersonen initiiert, wurden gesetzt, zum Beispiel Solartaxi und Glasfaser. Eine Zukunftsperspektive und Ziele für eine nachhaltige Entwicklung sind leider nicht erkennbar.

Wo gibt es für die kommenden fünf Jahre den größten Handlungsbedarf? Was sind die ersten Vorhaben, denen sich die Stadtpolitik widmen sollte?

Gerhard Kirchmaier: Bau einer neuen Volksschule. Die Stadt als Wirtschaftsstandort stärken. Erhalt/Förderung von Solartaxi, soogut-Markt & Naturpark als Erholungsraum. Ausbau von Geh-/Radwege, Dorferneuerung, Investition in Solar-/PV-Anlagen, Fernwärme wie bereits im Schulbereich. Weiterer Ausbau/Sanierung Trinkwasserversorgung/Kanal. Förderung von begleitetem/ barrierefreiem Wohnen, Schaffung Tageszentrum für Senioren. Neue Aktionen über die „Natur im Garten“ - Gemeinschaft.

Margit Weikartschläger: Unsere wichtigsten Vorhaben sind die Förderung der Wirtschaft, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung des Zuzugs von jungen Familien. Auch der Erhalt des Solartaxis, des Naturparks als Naherholungsgebiet und der Ausbau Heidenreichsteins als Tourismusstandort bilden einen wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit. Ein ebenso vordringliches Anliegen ist uns der Bau der Volksschule, die Bildung und Sicherheit unserer Kinder.

Mario Groschan: Es gibt wenig/keine Gemeinde- wohnungen mehr. Junge weichen nach Schrems, Nagelberg oder Waidhofen aus. Wichtig wären auch ein Sicherheitskonzept an der B30, mehr Unterstützung für Vereine, ein Jugendzentrum und das Vorantreiben des Schulzentrum-Umbaus. Man muss sich Gedanken machen, wie man die Straßen sicherer/besser passierbar macht (gutes Beispiel: Neuteichstraße). Ebenso muss man sich Gedanken machen über die Wiederbelebung der Margithalle.

Manuela Schuster: Abwanderung stoppen, junge Menschen (zurück)holen:
Investitionen in zukunftsweisende Projekte (Bildungscampus, Start-ups, Tourismus); Fuß- und Radwegenetz verbessern; Busbahnhof modernisieren; Begegnungszonen schaffen (Generationenpark); Erhalt des SooGut-Marktes; Konsequenter Klima- und Umweltschutz, keine Transit-Autobahn; mehr Mitsprache der Bürger*innen, vor allem der Jugend und in den Dörfern

Warum soll man am 26. Jänner Ihrer und nicht einer anderen Partei die Stimme geben?

Gerhard Kirchmaier: „Miteinander Erreichtes erhalten, gemeinsam Zukunft gestalten!“ Arbeit über Parteigrenzen hinweg ist ein zentrales Anliegen.

Margit Weikartschläger: Die VP Heidenreichstein ist ein dynamisches Team mit Kandidaten aus allen Bereichen des Lebens – die engagiert arbeiten wollen.

Mario Groschan: Wir möchten uns mit Ideen in der Gemeinde einbringen, zukunftsorientiert, modern, ohne Streit für die Gemeinde arbeiten.

Manuela Schuster: Wir haben den Mut und die Kompetenz, unsere Ideen gemeinsam mit den Heidenreich-steiner*innen umzusetzen.

Welches Wahlergebnis würden Sie als Erfolg werten?

Gerhard Kirchmaier: Eine absolute Mehrheit oder die Erhaltung der zwölf Mandate im Gemeinderat wäre ein Erfolg.

Margit Weikartschläger: Jedes Wahlergebnis, das unsere Burgstadt voran bringt, ist ein Erfolg für uns.

Mario Groschan: Wichtig ist, dass man mitarbeiten kann. Wir zielen ein Ergebnis von 3 Mandaten an.

Manuela Schuster: Stimmen- und Mandatszuwachs; Sitz im Stadtrat, um unsere Anliegen umsetzen zu können.

Falls es am 27. Jänner keine Partei mit absoluter Mehrheit gibt: Welche Rolle soll Ihre Fraktion dann in der Stadtgemeinde spielen?

Gerhard Kirchmaier: Wenn uns das Vertrauen ausgesprochen wird, werde ich der Gemeinde und ihren Bewohnern bei einer Wiederwahl gerne für weitere 5 Jahre als Bürgermeister zur Verfügung stehen, mit allen Fraktionen zusammenarbeiten.

Margit Weikartschläger: Wir wollen mit genügend Zustimmung durch die Bevölkerung die führende Rolle in Koalitionsverhandlungen übernehmen, mit allen reden und mit Margit Weikartschläger die erste Bürgermeisterin der Stadt stellen.

Mario Groschan: Welche Rolle wir spielen, wird sich am Wahltag zeigen. Wir sehen uns in Heidenreichstein als neue, junge und moderne Kraft, welche sich mit Hirn, Herz und Verstand für die Menschen in der Gemeinde einsetzen werden.

Manuela Schuster: Frischer Wind schadet nicht. Wir setzen uns dafür ein, dass die Parteien zusammenarbeiten und Ideen danach bewertet werden, ob sie ökologisch, sozial und wirtschaftlich sinnvoll sind.