Schleritzko: Holz auf Bahn statt Straße „wünschenswert“. Landesrat Schleritzko und Tschechiens Vize-Verkehrsminister starten Arbeitsgruppe zu FJB-Ausbau. Schwerverkehr-Zunahme durch Holzimporte ins Waldviertel war genauso Thema in Arbeitsgespräch - zumal sich Widerstand mittlerweile auch in Tschechien regt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 13. Oktober 2020 (15:06)
Landesrat Ludwig Schleritzko traf den stellvertretenden tschechischen Verkehrsminister Jan Sechter zum Arbeitsgespräch.
NLK/Reinberger

Bei einem Arbeitsgespräch von Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko und dem tschechischen Vize-Verkehrsminister Jan Sechter ging es auch um den Ausbau von Öffentlichem Verkehr und A5-Nordautobahn – sowie die im Waldviertel viel diskutierte Problematik der Holztransporte.


Bahnausbau Prag-Budweis: Potenzial für FJB

„Entscheidungen, die in Prag gefällt werden, haben direkte Auswirkungen speziell auf unsere Grenzregionen“, erklärt Schleritzko, warum der Austausch wichtig sei. Die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zu möglichen Ausbauplänen für die Franz-Josefs-Bahn sei fixiert worden. „Die FJB war in der Vergangenheit nicht nur Rückgrat der Mobilität im Waldviertel, sondern auch eine Anbindung Österreichs über Tschechien an Berlin. Tschechien plant nun die Südverbindung von Prag nach Budweis als Hochleistungsstrecke auszubauen, womit auch Potenzial für die FJB entsteht“, sagt Schleritzko.

Und, so der Landesrat: Übereingekommen sei man auch hinsichtlich der Auffassung, dass eine Verlagerung der Holzimporte von der Straße auf die Bahn „wünschenswert wäre“.

Resolution auch in Schrems ein Thema

Fakt ist, dass der Widerstand gegen zunehmenden Schwerverkehr auf nicht ausreichend ausgebauten Straßen, oft auch durch Ortschaften, bereits zu mehreren Bürgerbewegungen geführt hat. Der Gemeinderat von Amaliendorf-Aalfang hat sich wie berichtet einstimmig für eine Resolution ausgesprochen und eine Unterschriften-Aktion gestartet. In Heidenreichstein – wo die Listen ebenfalls aufliegen – soll am Konsensweg vermittelt werden. Aus Schrems, wo vor allem die Katastralgemeinden Langegg, Lang- und Kurzschwarza unterm Schwerverkehr leiden, dringen mittlerweile ebenfalls Gerüchte über Pläne für eine Resolution.

Pichler: Widerstand auf tschechischer Seite

Und, wie der Heidenreichsteiner Altbürgermeister Hans Pichler berichtet: Selbst auf tschechischer Seite wächst der Unmut. Die Stadtpolitik in Nová Bystřice (Neubistritz), wo die Lkw-Lawinen am Weg zur B5 bei Grametten sowie weiter in Richtung Zwettl oder Horn aus zwei Strömen zusammen und durch den Ort rollen, diskutiere das Thema bereits.

Hans Pichler beruft sich dabei auf Aussagen des früheren südböhmischen Kreishauptmanns und aktuellen Vizebürgermeisters Jiří Zimola, der sich aus Rücksicht auf die Gesundheit seiner Gemeindebürger dem Kampf gegen Holztransporte anschließen wolle.