Bezirk Gmünd erhält vier Radar-Standorte. Nach jahrelangen Diskussionen um zu schnellen Durchzugsverkehr ist es nun fix: Der Gmünder Bezirk erhält an vier Standorten fixe Radarboxen, in denen schon ab April abwechselnd Tempo-Messgeräte positioniert sein sollen.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 05. Februar 2021 (11:36)
Ab April soll auch bei der Einfahrt nach Kurzschwarza geblitzt werden: Nationalrats-Abgeordnete und VP-Bezirksobfrau Martina Diesner-Wais und der Schremser Stadtrat David Süß verkünden die für viele Anrainer an stark befahrenen Durchzugsstraßen im Gmünder Bezirk erfreuliche Nachricht.
ÖVP Schrems

„Wir hoffen, dass sich die Situation für die Anrainer damit deutlich verbessert“, sagt Nationalrats-Abgeordnete und VP-Bezirksparteiobfrau Martina Diesner-Wais. Sie spricht von zahlreichen Gesprächen bei den zuständigen Stellen im Bund und Land in den vergangenen Wochen, damit „die Forderung des Bezirkes Gmünd nach fixen Radarboxen umgesetzt wird“. 

Boxen in Illmanns, Eisgarn, Kurzschwarza und Heidenreichstein/Aalfang

Gemeinsam mit dem Schremser Stadtrat David Süß sei die Aufstellung je einer Radarbox in den Orten Eisgarn, Illmanns (Gemeinde Reingers) und Kurzschwarza (Gemeinde Schrems) erwirkt worden. Ein vierter Standort solle noch an der B30 im Bereich Heidenreichstein/Aalfang definiert werden. Ein Messgerät soll abwechselnd zwischen diesen Plätzen zum Einsatz kommen, wobei schon ab April das erste Mal geblitzt werden soll.

Bundesstraße mit Rennstrecke verwechselt

Er habe viel Zeit in das Projekt investiert und viele entscheidende Ansprechpartner mit dem Anliegen konfrontiert, blickt Süß – beruflich als Referent im VP-Parlamentsklub tätig – zurück. „Mir war es wichtig, dass wir vor allem für meinen Heimatort Lang- und Kurzschwarza die Verkehrssicherheit für unsere Bevölkerung erhöhen“, sagt er: „In Langschwarza haben manche Autofahrer die Bundesstraße mit einer Rennstrecke verwechselt. Mit dieser Raserei ist jetzt Schluss!“ Kommen solle der Radarstandort bei der Einfahrt Kurzschwarza, sei dort nach dem Wegfall der 70er-Beschränkung der nächste große Schritt nach vorne.

Süß: „Gerade während des Lockdowns waren viele Tempobolzer unterwegs, die die teilweise verkehrsarmen Straßen für hohe Geschwindigkeiten genutzt haben.“ Abgeordnete Diesner-Wais: Mit den Radarboxen sei nun auch eine Forderung von Ortschaften und Gemeinden, die häufig von zu schnell fahrenden Holztransportern belastet werden, erfüllt.

Konkrete Stellen werden jetzt definiert

Grundsätzlich wurden laut Aussendung die in Frage kommenden und von den Gemeinden eingemeldeten Standorte bereits im Zuge einer Begehung mit dem Verkehrs-Sachverständigen begutachtet und bewertet. 

Die ganz konkreten Stellen sollen nun in Vor-Ort-Verhandlungen definiert und anschließend von der Straßenpolizeibehörde festgelegt werden. Ein Standort muss, um infrage zu kommen, eichfähig sein und der Polizei eine gute Zufahrtsmöglichkeit bieten.

Süß: Kein Wissensstand über Problem im Ministerium

Diesner-Wais und Süß heben das Engagement von Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko hervor. Er habe sich für diese Lösung stark gemacht, betonen sie: „Es zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, wenn ein Waldviertler in der Landesregierung ist. Nur laut aufzuschreien und immer nur zu fordern ist zu wenig, man muss sich auch um die Umsetzung kümmern.“

Im Ministerium sei, als er erstmals in der Angelegenheit vorsprach, niemand überhaupt über ein angebliches Tempo-Problem im Gmünder Bezirk Kenntnis gesetzt gewesen, mit den primär Zuständigen habe zuvor offenbar niemand aus dem Bezirk gesprochen. Laut Süß stellt der Bund nun das Messgerät – zum Start noch nicht die neueste Generation – zur Verfügung, das Land als Straßenerhalter schafft die notwendige Infrastruktur mit Fundamenten und Leitungs-Anschlüssen.