Berufsschul-Baustelle auf Vollbetrieb. Großbaustelle für 16-Mio.-Euro-Projekt nach jahrelanger Vorlaufzeit voll angelaufen. Neuer Lehrberuf ab Herbst.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 11. Juli 2020 (05:20)
Bei der LBS Schrems: Abgeordnete Martina Diesner-Wais, Sebastian Hauer (Swietelsky), Bezirkshauptmann Stefan Grusch, Polier Johannes Pöll, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Baumeister Martin Diesner (Swietelsky), Direktorin Karin Preißl-Stubner, Stellvertreter Franz Glaser, Andreas Anibas (Innungsmeister Mode und Bekleidungstechnik), Bürgermeister Karl Harrer, Ernst Preissl, WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser (v.l.).
Markus Lohninger

Was lange währt, wird endlich gut – das hoffen die Beteiligten am Neu- und Umbau der Landesberufsschule Schrems. Acht Jahre nach der erstmaligen Ankündigung des Internat-Neubaus durch den nunmehrigen Landtags-Präsidenten Karl Wilfing läuft die Baustelle im weitläufigen Bereich zwischen Budweiser Straße und Braunau hinter dem Schloss nach dem Start im Februar mittlerweile auf Hochtouren.

Rohbau soll vorm Winter stehen

Die erste Stufe des 16-Millionen-Euro-Projektes umfasst nach Abriss des Altbestandes den Neubau des Schülerwohnheimes mit integriertem Küchen- und Speisesaalbereich, etwa 15 Beschäftigte der Firma Swietelsky sind derzeit täglich auf der Baustelle. Leichte Verzögerungen gab es zuletzt aufgrund zutage getretener Altlasten unter einem früheren Betriebsgebäude an der Budweiser Straße, durch die Beschränkungen in der Corona-Intensivphase und nun das mitunter turbulente Wetter. Dennoch kann bereits ein Großteil der Bodenplatten fertiggestellt werden, in einem der drei Bauabschnitte wurden die ersten Wände hochgezogen.

Der Rohbau soll noch vor Winter stehen, die Fertigstellung bis Juni 2021 gelingen, damit das Internat zum Schulstart im September nutzbar ist – ein, so Hochbau-Filialleiter Martin Diesner, „sehr sportliches Ziel“.

Quartiersuche „dank“ Corona vereinfacht.

Corona verkomplizierte den Betrieb in der Berufsschule genauso wie an anderen Einrichtungen. Aber, so Direktorin Karin Preißl-Stubner: Hinsichtlich der Unterbringung der Auszubildenden entschärfte es freilich die Suche nach Ersatzquartieren. „Aktuell werden in einer Art Schichtbetrieb – geblockt nach Berufen – etwa 60 Schüler in Schrems untergebracht, dazu kommen etwa 80 Schüler in Fernlehre.“ Statt früher sechs Schülern pro Zimmer sind derzeit maximal zwei gestattet.

6-Bett-Zimmer werden im künftigen Schülerwohnheim gar nicht mehr beziehbar sein: Die 132 Betten werden größtenteils in Appartement-Lösungen integriert, in denen jeweils vier 2-Bett-Zimmer unter anderem mit gemeinsamen Sanitärräumen verbunden sind.

Landesrätin: „Geht nicht nur um Aufbewahrung der Schüler“

Vom Baufortschritt überzeugte sich vorige Woche auch Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie wichtig der Schulraum und eine moderne Ausstattung seien, sagte sie: Es gehe nicht nur um eine Aufbewahrung der Schüler, sondern um die Schaffung einer Umgebung, in der man sich wohlfühle und gerne weiter entwickle. „Die Schülerinnen und Schüler verbringen viel Zeit an der Schule und im Wohnheim, das für sie zum Lebensraum wird. Daher ist es besonders wichtig, für sie eine adäquate und hochwertige Unterbringung zur Verfügung zu stellen und für ausreichend Freizeitmöglichkeiten zu sorgen“, so Teschl-Hofmeister.

Erstmals an der Schremser Berufsschule war auch Christian Moser, Vizepräsident der Wirtschaftskammer NÖ. Gerade jetzt dürfe man in der Lehrlingsausbildung nicht nachlassen, mahnt er: „Wir brauchen die Fachkräfte von morgen. Topausgestattete Berufsschulen für unsere Lehrlinge sind dafür ein ganz wesentlicher Baustein.“

Ab September auch Steinmetztechniker-Ausbildung

Mehr als 130 Schüler aus sieben Bundesländern werden hier in 16 Lehrberufen ausgebildet. Ab September kommt ein weiterer Zweig dazu, wie Direktorin Preißl-Stubner sagt: Ergänzend zu dem in Betrieben hoch nachgefragten Steinmetz-Beruf komme auch der Beruf des Steinmetztechnikers, der auch die Digitalisierung etwa im Software-Bereich stark mitberücksichtigt.

Abgeschlossen wird die Baustelle an der Berufsschule nach dem plangemäßen Bezug des Schülerheimes 2021 noch nicht sein: Gleich im Anschluss soll auch das Schulgebäude im Schloss einer Teilsanierung unterzogen werden. Die soll, wenn alles glatt läuft, am Beginn des Schuljahres 2022/23 fertig sein.