Debatte beim Bildungsgipfel: Jung und „substanzlos"?

Die Waldviertler Jobmesse bot auch wieder Platz für eine Gesprächsrunde zu Schule und Ausbildung. Jugendforscher sieht zu viel Schematismus und zu wenig Individualität.

Sebastian Dangl Erstellt am 28. September 2021 | 15:38
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Beim Bildungsgipfel: Zwettls Wirtschaftskammer-Obfrau Anne Blauensteiner, Sebastian Lugmayr, Martina Plonner, Bernhard Heinzlmaier, Birgit Trojan, Christof Kastner und Moderator Josef Wallenberger.
Foto: S. Dangl

Im Rahmen der Waldviertler Jobmesse lud das Wirtschaftsforum Waldviertler auch heuer zu einem Bildungsgipfel. Das Spannungsfeld zwischen Schule und Wirtschaft oder dem Übertritt junger Menschen vom einen ins andere bot dabei genug Potenzial für eine Diskussionsrunde.

Eingeladen waren der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier, Martina Plonner von der Conos-Managementberatung sowie der Schulsprecher der HLW Zwettl, Sebastian Lugmayr. Regionalberater Josef Wallenberger moderierte die Diskussion, an der sich auch Wirtschaftsforums-Obmann Christof Kastner beteiligte. „Das Problem ist nicht, dass es keine Schule gab, sondern dass Abgeschnittensein von den Gleichaltrigen“, erklärte Bernhard Heinzlmaier. Seiner Auffassung nach, würden sich die jüngeren Generationen immer mehr an die älteren anpassen und dadurch keine eigenen Impulse mehr setzen.

Seine Nachrednerin Martina Plonner stimmte ihm in vielen Punkten zu und machte deutlich, dass in dieser Hinsicht auch Unternehmen gefordert sind: „Die Anforderungen haben sich verändert. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter heutzutage abholen.“ Christof Kastner sieht Fehler im Bildungssystem: „Das Problem ist, dass in der Schule alle als gleich angesehen werden, was aber nicht stimmt. Individuelle Talente werden zu wenig gefördert. Unser System versagt hier.“

Diesen Umstand kennt auch Bernhard Heinzlmaier: „Ich bedauere, dass Leute auf Bewerbungsgespräche gut vorbereitet werden. Da ist ein unerträglicher Schematismus drinnen. Es geht mehr darum, wie man redet, als was man redet. Wir kultivieren eine attraktive Substanzlosigkeit.“