Eaton Industries: Neue Führung für neue Lehrlinge

Josef Hackl nach 42 Jahren im Haus verabschiedet. Ausbildungs-Chef Wilfried Braun begrüßte 14 neue Lehrlinge.

Markus Lohninger
Markus Lohninger Erstellt am 16. September 2021 | 05:00

Vieles neu macht der Herbst bei einem der größten Arbeitgeber des Waldviertels: In der hauseigenen Lehrwerkstätte von Eaton Industries wurde Firmen-Urgestein Josef Hackl nach mehr als 42 Dienstjahren durch Wilfried Braun als Leiter abgelöst, unter seinem Kommando starteten soeben 14 neue Lehrlinge in ihr Berufsleben.

Namen wechselten, der Arbeitgeber blieb derselbe

Vom ersten Arbeitstag bis zum Ruhestand beim gleichen Dienstgeber – eine solche Berufskarriere ist auch im Waldviertel, das weithin für steinerne Firmentreue steht, längst nicht mehr selbstverständlich. Bei Josef Hackl aus der Schremser Katastralgemeinde Langschwarza änderte sich in mehr als 42 Jahren nur zweimal der konkrete Name der Firma, von Felten&Guilleaume auf Moeller und schließlich auf Eaton. Der Inhalt blieb aber im Wesentlichen unverändert. Nach HTL-Matura und Heer führte ihn sein Weg direkt nach Schrems-Eugenia, wo er die ersten neun Jahre in der Verteiler-Projektierung arbeitete, dann in die Qualitätssicherung wechselte, dabei unter anderem das Qualitätsmanagement-System aufbaute und die Zertifizierung abwickelte. Im Jahr 2000 wurde Hackl schließlich zum Leiter der Lehrwerkstätte und des Ausbildungszentrums. Parallel dazu war er im Facility-Management für diverse Infrastruktur-Maßnahmen verantwortlich.

„Hart, aber fair“: Firmenwechsel war nie Thema

 Ein Firmenwechsel sei nie ein Thema gewesen, blickt Josef Hackl zurück. „Ich wurde von meinen Vorgesetzten hart behandelt – aber sehr fair. Ich konnte mich auch immer sehr stark einbringen, hatte meine Freiräume und wurde in meinem Wissensdurst von der Firma immer stark unterstützt.“ Einen ganzen Ordner voller Ausbildungszertifikate nehme er mit in den Ruhestand, schmunzelt Hackl. Die Zusammengehörigkeit am Arbeitsort sei ihm wichtig gewesen. Bei F&G, Moeller und nun auch Eaton habe es diese immer gegeben.

Theoretischer Unterricht & Praxis für 14 Neue in sieben Berufen

In der Lehrlingsausbildung habe man Entwicklungen und Trends immer früh aufgegriffen. Hackl: „Manche eingeführte Lehrberufe wie für die EDV oder im Lager funktionierten weniger, andere wie jene zum Prozesstechniker oder zum Kunststoffformgeber und Werkzeugbautechniker bewährten sich.“ Voll eingeschlagen hat der Mechatroniker, den Hackl schon gemeinsam mit seinem späteren Nachfolger Wilfried Braun auf Schiene brachte. „Wir haben die Zeichen der Zeit sehr früh erkannt. Unsere Mechatroniker sind gefragte Leute – intern und auch extern.“

Gut 700 Jugendliche haben bisher die Ausbildung in der firmeneigenen Lehrwerkstätte absolviert, mit den 14 Neuen in sieben Berufen beschäftigt Eaton aktuell 53 Lehrlinge. „Sie erhalten bei uns eine fundierte praktische Ausbildung. Begleitend findet theoretischer Unterricht statt, etwa in den Bereichen Mathematik, Labor, Fachkunde und technische Kommunikation“, sagt Braun. Alle Lehrlinge durchlaufen, abhängig vom Beruf, die unterschiedlichen Abteilungen vom Werkzeugbau über die Automatisierungstechnik, die FI-Baugruppenfertigung und den Verteilerbau bis zu Stanzerei oder Kunststofffertigung. Wilfried Braun hat seine Lehre zum Werkzeugmacher ab 1994 in der eigenen Ausbildungsstätte absolviert, vor 16 Jahren wechselte er ins Team von Hackl und übernahm die Leitung der Lehrwerkstätte nun.

Schwierige, aber erfolgreiche Suche in Covid-Zeiten

Die Suche nach den neuen Lehrlingen bestritt Hackl bereits gemeinsam mit Braun. Sie sei wegen der Covid-Einschränkungen fordernd, aber trotzdem erfolgreich gewesen, sagen beide: Besuche in den Schulen waren nicht möglich, dafür bewährten sich Schnuppertage im Betrieb. Jugendliche verbringen dabei zwei bis drei Tage in den verschiedenen Arbeitsfeldern. „Sie bekommen ein Gefühl von der Firma, und wir bekommen ein Gefühl dafür, wie jemand hinsichtlich handwerklichem Geschick, logischem Denken, Interessen oder auch Sozialverhalten tickt“, sagt Braun. Am Ende habe der Bedarf mit 14 Lehrlingen auch heuer gut abgedeckt werden können.

Abhängig vom Beruf werden die Neuen in den nächsten dreieinhalb bzw. vier Jahren zu Fachkräften ausgebildet. Gut möglich, dass einer davon einst auch der Nachfolger des aktuellen Ausbildungschefs wird.