Elk-Belegschaft wegen Covid-19 in Kurzarbeit. Einer der Top-Arbeitgeber im Waldviertel reagiert auf die Corona-Krise: Belegschaft in Kurzarbeit. Vertrieb wird flexibler, Haus-Wartezeit soll gering gehalten werden.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 25. März 2020 (04:54)
Thomas Scheriau: „Sind uns der Verantwortung bewusst.“
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Fertighaus-Marktführer Elk mit 870 Mitarbeitern in Österreich, davon mehr als 800 am Firmensitz in Schrems, startete für vorerst drei Monate ein Kurzarbeitszeit-Modell für die komplette Belegschaft. Man sei sich der Verantwortung bewusst und wolle einen Beitrag leisten, um in dieser schwierigen Zeit die Arbeitsplätze abzusichern, betont Geschäftsführer Thomas Scheriau, „die Gesundheit hat dabei oberste Priorität“.

Viele Sicherheits-Maßnahmen wurden wie berichtet bereits gesetzt. Aufenthaltsräume wurden geschlossen, die Schichtmodelle für den Abstand zwischen den Arbeitern umorganisiert, im Angestelltenbereich wurde früh die Option auf Homeoffice gewährt bzw. klare räumliche Trennung geschaffen. Für Montagepartien gelten unter anderem geänderte An- und Abreisen und Sicherheitsabstände auf der Baustelle.

Gehemmte Produktion trifft auf drängende Zeit

Aber, so Scheriau: „Wir dürfen die Lage keinesfalls unterschätzen. In den nächsten drei Monaten gehen wir von einer eingeschränkten Produktionsleistung aus.“ Die 2019 auf zwei Schichten mit 300 Mitarbeitern hochgefahrene Produktion wird bei forcierten Hygienemaßnahmen auf eine reduzierte Schicht gedrosselt. So soll auch dank guter Auftragslage der Personaleinsatz während der Kurzarbeit gut steuerbar sein.

Die Auftragsdichte bedeutet freilich, dass viele Kunden auch schon ihrem Elk-Haus entgegenfiebern. Alte Mietverträge laufen aus, Eltern möchten den Ortswechsel möglichst vorm Start ihrer Kids ins neue Schuljahr abgeschlossen haben. Montagearbeiten sind dank modularer Bauweise den neuen Sicherheits-Richtlinien entsprechend möglich – nur nicht im gewohnten Tempo. Verschiebungen sollen durch strukturiertes Personalmanagement geringstmöglich ausfallen.

Im Verkauf: „Arbeiten nach Erfordernis“

In der Kundenberatung profitiert Elk von einer im Vorjahr geschaffenen, „cloud-basierten“ Arbeitsumgebung und virtueller Vernetzung, über ein Online-Portal können individuell Termine per Rückruf oder Videochat vereinbart werden. Die Hotline für Verkaufsberatungen soll wochentags bis 21 und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr erreichbar sein. Die Kurzarbeit ermögliche ein solche flexibles „Arbeiten nach Erfordernis“.

Vision: Gestärkt aus der Krise hervorgehen

Ein Krisenstab der erweiterten Geschäftsführung bewerte die Lage rund um die Uhr, leite daraus Maßnahmen für einzelne Bereiche ab, streicht Scheriau hervor, und: „Es ist unglaublich, wie der Zusammenhalt der gesamten Belegschaft spürbar ist und jeder einzelne Mitarbeiter Verantwortung übernimmt.“ Dadurch, und durch die getroffenen Maßnahmen werde man gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen.