Schrems

Erstellt am 15. März 2017, 06:00

von Markus Lohninger

Elk: Gestärkt zu neuen Zielen. Schremser bauen Marktführerschaft noch aus. Pläne für Service-Offensive, Siedlungsbau & forcierten Deutschland-Auftritt.

Hat gut lachen: Gerhard Schuller blickt nach seinem ersten Halbjahr als alleiniger Geschäftsführer von Fertighaus-Marktführer Elk positiv zurück – und krempelt die Ärmel für die Zukunft hoch.  |  Markus Lohninger

Sehr erfreuliche Zahlen präsentiert Elk-Geschäftsführer Gerhard Schuller zum vorigen Jahr, in dem im Juli mit dem Verkauf an den Investor Matthias Calice und einer deutlichen Verschlankung des Führungsstabes eine turbulente Zeit abgeschlossen worden war: Der Umsatz des Fertighaus-Marktführers mit einem Marktanteil von 15 Prozent stieg Schuller zufolge 2016 um ein Fünftel auf 175 Millionen Euro, zugleich sei der Auftragszugang von 182 auf 197 Millionen Euro angestiegen (2014: 157 Mio. Euro).

„Die Auftragsbücher sind voll, die Beschäftigten sind motiviert und die Produktion läuft auf vollen Touren“, sagt Schuller, der auch von einem weiteren Ausbau der Belegschaft spricht: Am Firmensitz in Schrems liege man trotz anderslautender Gerüchte im Zusammenhang mit dem Eigentümerwechsel 2016 bei 800 Beschäftigten (30 mehr als im Juli), gemeinsam mit dem tschechischen Werk werden 1.150 Mitarbeiter gezählt. Dementsprechend scharf weist der Geschäftsführer auch kursierende Gerüchte über ein „Millionen-Euro-Loch“ zurück.

„Die Auftragsbücher sind voll, die Beschäftigten sind motiviert und die Produktion läuft auf vollen Touren.“
Elk-Chef Gerhard Schuller über Umsatz-, Auftrags- und Mitarbeiter-Steigerungen

Einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung hat die im Vorjahr eingeführte Hausserie „Easy Living“ als Billigschiene mit eingeschränkten Änderungs-Möglichkeiten, aber vergleichbar hohem Standard. Schuller: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist dabei unter anderem durch ein gutes Energiekonzept und eine durchdachte Konzeption zum Beispiel mit möglichst wenig Verschnitt unschlagbar. Easy Living verkauft sich sensationell.“

Laut Studie von Interconnection Consulting habe Elk, so der Geschäftsführer weiter, im Vorjahr einen Marktzuwachs von 28 Prozent in Österrreich verzeichnet – bundesweit stieg die Zahl der errichteten Fertighäuser bei rückläufiger Zahl an Mitbewerbern nach einigen schwierigen Jahren um 4,6 Prozent.

Optionen für weiteres Wachstum sieht Gerhard Schuller zur Genüge. Unter anderem will er die Hebel bei der Kundenbetreuung ansetzen: Vorbei sind, wie er sagt, die Zeiten, in denen Einzelkunden sich selbst überlassen werden können. Das Service soll stärkere bürokratische Entlastung beinhalten, auch in Sachen Visualität sieht er – von der Videopräsentation beim Kunden bis zur räumlichen Präsentation via 3D-Brillen – noch Modernisierungs-Bedarf. „Wir wollen stärker zu aktiven Kundenberatern werden, Kunden von der Grundstücks-Auswahl bis zur schlüsselfertigen Übergabe inklusive aller Gewerke begleiten“, sagt Gerhard Schuller. Dem Kunden soll möglichst viel Arbeit abgenommen werden.

In diese Mission fügt sich das Ziel, die Schaffung ganzer Einfamilienhaus-Siedlungen zu forcieren. Private Bauträger wickeln dabei das Organisatorische ab und greifen auf die Produktion von Elk zurück. In Niederösterreich und Tirol laufen solche Projekte bereits. Schuller: „Ziel ist es aber, das Volumen auf etwa 200 Einheiten pro Jahr mehr als zu verdoppeln.“

Deutschland: Fokus auf Wachstumsmarkt

Gelöst hat man sich vom großvolumigen, mehrgeschoßigen Projektbau im Ausland. In anderer Sache werden die Fühler aber künftig verstärkt nach Deutschland ausgetreckt: Das Fertighaus kämpfte hier jahrelang mit Imageproblemen, alleine 2016 verzeichnete die Branche aber laut Interconnection bei massiv gestiegener Nachfrage ein deutliches Umsatzwachstum von 15,7 Prozent. 30.000 Fertighäuser werden inzwischen pro Jahr in Deutschland aufgestellt, Elk baut nur 150 davon. „Es gibt hier also noch großes Potenzial für uns“, sagt Schuller.

Bis zur Jahresmitte soll eine regionale Dienstleistungs-Struktur vor allem im Süden und Osten des Nachbarlandes mit eigenem Vertriebsleiter aufgebaut werden. Zugleich heißt es, das Produkt an architektonische Eigenheiten des deutschen Marktes anzupassen. Schuller hat mittelfristig mehr als eine Verdreifachung der Menge im Auge, was freilich die Produktion und Verwaltung am Firmensitz in Schrems aufwerten würde.