Gea: Neue Veranstaltungs-Serie über die Heimat. Serie „Die Heimat kennenlernen“ startet als Abwechslung zum Filmabend.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 07. Februar 2020 (09:03)
Vor fünf Jahren war Reinhard Österreicher schon Talk-Gast bei Heini Staudinger. Für eine neue Serie kommt Österreicher noch einmal.
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Parallel zu den Waldviertler Werkstätten hat sich im Herbst mit dem Filmclub Schrems ein Verein gebildet, der alle zwei Wochen mit einem ausgewählten Film abseits des Mainstreams im Gea-Hotel zur Sonne aufwarten will. Für Erwin Wagenhofers „But Beautiful“ musste Mitte Jänner wie berichtet in die Gea-Jurte ausgewichen weichen, weil die Dimension mit 200 Besuchern die Grenzen des Hotels sprengte – Obmann Raphael Kößl bilanziert die ersten Monate zurecht als Erfolg.

Die Überschneidungen zwischen Filmclub und Gea sind kein Zufall: Kößl ist im Brotberuf bei der Gea-Akademie primär für Veranstaltungs-Management zuständig. Der Verein kann den Hotelsaal als Kino nutzen, wurde von Gea auch bei der Gründung unterstützt. Der öffentliche Auftritt beider ist verzahnt.

Aus der Region, über die Region

An der Schnittstelle von Club und Firma startet am 13. Februar (19 Uhr) auch ein Themenblock, der Gea-Chef Heini Staudinger ein großes Anliegen ist: Zum Titel „Die Heimat kennenlernen“ sollen Menschen aus der Region über Themen der Region reden. Zum Start wollen Altbürgermeister Reinhard Österreicher und Granitwerke-Besitzer Rudolf Kammerer die historische Bedeutung der Steinbrüche, die Herausforderungen und den Wandel zur heutigen Rolle behandeln. Danach geht es am 27. Februar mit Hans Semper (Anderlfabrik) und Gerhard Sautner (Ergee) um die textile Vergangenheit von Schrems, am 11. März mit Biologe Ernst Wandaller und Naturfotograf Dieter Manhart um das „unbeachtete Waldviertel“ mit einzigartigem Stufen- und Streifenland. Zum vorläufigen Abschluss der Kleinserie gastiert die Waldviertel Band J.G.H & Co im Gea-Hotel (28.3.). Kößl schwebt zudem vor, alte Filme mit Schauplätzen der Region auszugraben und wieder zu zeigen. Dafür ist er aktuell auf Materialsuche.

Schlächter von Wilna

Cineastisch ging es schon am 6. Februar weiter: Gezeigt wurde die Erfolgs-Produktion „Murer – Anatomie eines Prozesses“ (2019) über den letztlich freigesprochenen NS-Verbrecher Franz Murer, den „Schlächter von Wilna“, in der Karl Markovics die Rolle Simon Wiesenthals spielt. Nach „Erde“ (20.2.) und „Jahrhundertfrauen“ (5.3.) wird am 19. März in Anwesenheit von Regisseur Bertram Verhaag die Doku „Aus Liebe zum Überleben“ zur Frage, warum und wie Betriebe den Wandel zu Biobauern vollzogen haben, gezeigt.