Hund attackierte Amtstierarzt & Polizisten: Anklage. Rhodesian Ridgeback attackierte Amtstierarzt und verletzte Polizisten: Frauerl verurteilt, es weinte um Hund.

Von Karin Pollak. Erstellt am 21. Februar 2020 (15:09)
Ein Rhodesian Ridgeback (Symbolbild) attackierte den Amtstierarzt und schnappte nach einen Polizeibeamten. Das Frauerl wurde dafür verurteilt.
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Mit 14 Windhunden und einem Rhodesian Ridgeback lebt ein Pärchen im Gemeindegebiet von Schrems. Wegen dem Rhodesian Ridgeback, der in der Fachliteratur als „kein Hund für Anfänger“ bezeichnet wird, saß das 52 Jahre alte „Frauerl“ vor Gericht. Sie musste sich wegen grob fahrlässiger Hundehaltung verantworten. Der Hund soll den Amtstierarzt attackiert und einen Polizeibeamten in den Arm gezwickt haben.

„Die Hundehalterin hat seit 20 Jahren mit Hunden zu tun, züchtet sie und schildert den Sachverhalt ganz anders. Daher bekennt sie sich nicht schuldig“, zeigte der Anwalt der 52-Jährigen auf.

 „Die Verletzungen waren leicht, aber sie waren da. Dieses Urteil scheint auch nicht im Strafregister auf.“ Der Bezirksrichter zur Angeklagten (52)

 Der anwesende Amtstierarzt schilderte die Vorkommnisse im Haus der Angeklagten. Im April 2019 habe er das Pärchen nach einer „Tierschutzmeldung“ besuchen und nachsehen müssen, ob die Hunde ordnungsgemäß gehalten werden. „Da war nur der Lebensgefährte anwesend.“ Der Hund sei „durch seine Aggressivität aufgefallen. Er hat schon am Zaun versucht, gegen mein Gesicht zu schnappen. Der Lebensgefährte hat den Hund dann abgefangen“.

Bei der zweiten Kontrolle Ende Juni war Verstärkung durch zwei Polizeibeamte dabei. „Die Hunde waren im Haus, als ich mir die hygienischen Zustände im Garten angesehen habe. Dann wollte ich ins Haus“, erzählt der Amtstierarzt.

Zwölf Windhunde hätten sich frei im Haus bewegt, ebenso der Rhodesian Ridgeback. Zwei läufige Hündinnen seien in einem Zimmer versperrt gewesen. „Die Hundehalterin hat erklärt, dass sie die Hunde in den Garten lassen müsse, bevor ich das Haus betreten kann. Das tat sie auch. Die zwölf Windhunde liefen im Rudel raus“, der Rhodesian Ridgeback sei auf die Beamten zugestürmt, „einem hat er am Arm eine Bissverletzung zugefügt. Die Beamten haben den Hund dann mit einem Pfefferspray abgewehrt.“ Der verletzte Beamte habe die Wunde sofort desinfiziert und diese dann im Krankenhaus behandeln lassen.

Kein Beißkorb: Das war „grob fahrlässig“

Tags darauf wurde das Tier dem Paar behördlich abgenommen und ins Tierheim nach Krems gebracht. „Da war Gefahr in Verzug, das Führen und Halten dieses Hundes hat nicht gepasst“, betonte der Amtstierarzt.

Einer der beiden Polizeibeamten bestätigte die Darstellung. Vom verletzten Beamten lag der Spitalsbericht vor.

Der Lebensgefährte der Hundehalterin versuchte zu beschwichtigen. Das Tier sei nicht bösartig, „hat noch nie gezwickt oder gebissen.“

Der Verteidiger der Hundehalterin plädierte auf Freispruch: „Die Verletzung war unter zwei Wochen ausgeheilt, daher ist meine Mandatin freizusprechen.“

Da musste die Bezirksanwältin dagegenhalten: „Das sieht die Staatsanwaltschaft Krems anders. Dieser Hund kann nicht jedem zugelassen werden. Das ist ein vierjähriger Wachhund, er ist nicht kastriert und es gibt zwei läufige Hunde. Dass Sie diesem Hund keinen Beißkorb angelegt haben, ist grob fahrlässig.“ Der Verteidiger relativiert: „Die Hundehalterin ist wegen der Abnahme des Hundes gezeichnet.“

Für die Angeklagte setzt es letztendlich eine Strafe von 60 Tagessätzen à vier Euro oder 30 Tage Haft. „Die Verletzungen waren leicht, aber sie waren da. Dieses Urteil scheint auch nicht im Strafregister auf.“

Ob das an den Polizisten geratene Tier zurück zur Hundehalterin kommen darf, muss die Bezirkshauptmannschaft in einem eigenen Verfahren klären.