Schrems

Erstellt am 29. Dezember 2016, 02:17

von NÖN Redaktion

Künstler Makis Warlamis ist tot. Künstler Makis Warlamis verstarb am 27. Dezember mit 74 Jahren. Neben dem Kunstmuseum Waldviertel hinterließ er in Schrems viele weitere Spuren.

Makis Warlamis verstarb am 27. Dezember.  |  Archiv

Große Trauer herrscht in Schrems nach dem Tod von Makis Warlamis. Der 1942 in Veria (Provinz Makedonien in Griechenland) geborene Warlamis verstarb am 27. Dezember im 75. Lebensjahr, nachdem ihm zuletzt eine schwere Krankheit zu schaffen gemacht hatte.

Als „großen Verlust für die Stadt Schrems“ bezeichnete Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) in einer ersten Stellungnahme den Tod Warlamis. Dessen künstlerische Leistungen für Schrems könne man nicht hoch genug bewerten. „Er war unser Aushängeschild in der ganzen Welt und hat uns weit über die Grenzen hinaus in den Medien bekannt gemacht“, so Harrer. Er habe ihn als dafür zuständiger Stadtrat 1993 und 1994 bei der Umgestaltung des Hauptplatzes kennen und schätzen gelernt: „Warlamis war ein herzlicher, freundlicher Mensch. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, haben wir immer einen Konsens gefunden.“

Am Hauptplatz stammen etwa die Figuren zwischen den Pflastersteinen von Warlamis. Grundsätzlich haben Fußgänger auf dem Schremser Hauptplatz durch diese Gestaltung schon damals weitaus mehr Platz erhalten, als es besonders zu dieser Zeit üblich war. Warlamis setzte dabei darauf, nicht alles „gerade“ und „eingeteilt“ zu gestalten.

"Viele Spuren in Schrems hinterlassen"

Für viel Aufregung sorgte die Neugestaltung des Platzes rund um den historischen Felixbrunnen, der mit einer Mauer mit Warlamis-Fliesen umbaut wurde. Dort befand sich auch ein kleiner Sitzplatz mit Spitzdach, der von den Schremsern „Türkenplatzerl“ genannt wurde und der dann nach einem Mehrheitsbeschluss des Gemeinderates entfernt wurde. Warlamis und sein Team protestierten damals heftig, das Dach wurde schließlich in der Berggasse „versteckt“.

Neben dem Hauptplatz hat Warlamis in Schrems viele weitere Spuren hinterlassen. So hat er etwa die ehemalige Kessler-Fabrik in der Mühlgasse vorbildlich restauriert. Der Idea-Shop (gegründet 1992) ist ein für Schrems bedeutendes Alleinstellungsmerkmal. Das Kunstmuseum (eröffnet 2009) wurde schließlich am Areal des einstigen Steinmetzbetriebes Greiner errichtet und mauserte sich zum Touristenanziehungspunkt für Schrems.

Sein Studium absolvierte Warlamis an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Dort hatte er von 1974 bis 1981 in der Abteilung für Architektur auch einen Lehrauftrag. 1988 leitete er die Meisterklasse für experimentelle Architektur „Für ein natur- und menschengerechteres Bauen“ an der internationalen Salzburger Sommerakademie in Zusammenarbeit mit Friedensreich Hundertwasser.

Neben dem Wappenring der Stadtgemeinde Schrems erhielt Warlamis auch Auszeichnungen der Republik Österreich. So war er Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst.

Begräbnis findet in Schrems statt

Das Begräbnis soll in Schrems durchgeführt werden, ein Termin stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Der Betrieb im Kunstmuseum soll ohne Einschränkungen weiter geführt werden. Die für 2017 geplante Jahresausstellung „Garten Eden - Arche des Lebens“ vom 25. März 2017 bis 14. Jänner 2018 ist bereits fixiert. Zudem habe Warlamis noch viele weitere Werke „vorgearbeitet“. Wie es im Kunstmuseum daher ohne ihn weitergehe, sei derzeit noch offen.