Neustart in Stadthallen-Resti vertagt. Kein Pächter und vorerst keine Events in Schremser Stadthalle – die nun aber politische Bühne wird.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. Mai 2020 (06:21)
Derzeit herrscht in der Stadthalle und im Restaurant Stillstand.
Petra Suchy

„Wenn man 60 Stunden und an sechs Tagen in einer Woche arbeitet, der Umsatz ständig sinkt und die Wertschätzung fehlt, dann hat die Arbeit keinen Reiz mehr“, hatte Daniel Fuchs Anfang März gesagt, damit seinen Rückzug als Wirt des Schremser Stadthallen-Restaurants mit Ende April angekündigt. Er wolle nie mehr ein Lokal führen. Dann haben ihn die Entwicklungen um Corona überrollt: Mitte März schlossen die Wirte gezwungenermaßen, damit kam für Fuchs unerwartet früh die Sperrstunde.

Weder Bewerbungen, noch Interessanten

„Der Abschied ist in eine blöde Zeit gefallen“, sagt SP-Bürgermeister Karl Harrer. Die Stadt ist Mehrheits-Eigentümerin der Schremser Stadthallen Errichtungs- und Betriebs-GmbH (neben dem Verschönerungsverein mit zwei Prozent), damit auch des Restaurants. Bewerbungen habe es schon vorm Rückzieher von Fuchs keine gegeben, sagt Harrer, auch keine Interessenten. Die Geschäftsführung werde beraten, wie es weitergehen soll. Harrer: „Wahrscheinlich wird noch einmal eine Ausschreibung für die Verpachtung erfolgen, danach wird in der Geschäftsführung erwogen, wie es weitergehen soll.“

Auch eine Option: Betrieb nur noch bei Veranstaltungen

Für den Fall, dass sich weiterhin kein Bewerber finden sollte, schwirren in seinem Kopf verschiedene Möglichkeiten umher. Vorstellbar wäre für ihn etwa im Zweifelsfall auch ein Betrieb nur während Veranstaltungen durch die Schremser Wirtegemeinschaft, „es gab aber noch keine Gespräche in diese Richtung. Bis Sommer ist in der Stadthalle ohnehin kein Programm, wir haben etwas Zeit, um eine Lösung zu finden“.

Gemeinderat tagt in der Stadthalle

Einen Programmpunkt hat der Stadtchef dennoch für die Stadthalle geplant: Erstmals in 35 Jahren der mehr als tausend Besucher fassenden Halle möchte Harrer hier Ende Mai zwecks Wahrung der Abstandsregeln die Sitzung des Schremser Gemeinderates abhalten. Ein Sitzplan werde gerade ausgearbeitet, blickt er voraus: „Es gibt inzwischen viele Tagesordnungs-Punkte abzuarbeiten, darunter auch den Rechnungsabschluss.“

Festhalten an Projekten

Zur Abstimmung gelangen sollen auch Arbeitsvergaben für Kanal- und Straßenbau in den Bereichen Brauhausgasse/Hamerlingstraße und Friesstraße, an diesen Projekten soll trotz der coronabedingt erwartbaren Löcher in Gemeindekassen festgehalten werden.

Ebenfalls festhalten will Harrer an den Sanierungsplänen für das Nachbarhaus des generalsanierten und ausgebauten Stadtamtes am Hauptplatz 21, wo auch Polizei und Zahnarztpraxis untergebracht sind. Den Grundsatzbeschluss dafür gibt es bereits, die Arbeiten sollen auch wesentlich weniger umfangreich ausfallen als im Stadtamt – primär Fassade sowie Fenster betreffen. Los gehen soll es bereits in den nächsten Wochen.