„Otto-Haus“ ist wieder zu haben

„Sinnbild für Aussterben der Geschäfte“: Listenchefin Prinz regt Kauf durch die Stadt Schrems an – und neue Nutzung für Shops und Wohnraum sowie Umgestaltung der Kreuzung zur Josef-Widy-Straße.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:38

Eine Aufwertung und Belebung eines markanten Gebäudes am Schremser Hauptplatz hatte dessen neuer deutscher Eigentümer angekündigt, als er das „Otto-Haus“ an der Kreuzung zur Josef-Widy-Straße Mitte 2018 erworben hatte. Heute ist die Immobilie nicht wesentlich verändert – aber sie steht wieder zum Verkauf.

Soll die Stadtgemeinde sie selber kaufen und entwickeln?

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So viel Geld werden wir dafür auf keinen Fall aufwenden können.“ Peter Müller Designierter Bürgermeister

Bürgerlisten-Chefin Viktoria Prinz möchte das gerne diskutieren. Sie nutzt dafür gleich die eigentlich nur zur Neuwahl des Bürgermeisters infolge des Rücktrittes von Karl Harrer anberaumte Gemeinderats-Sitzung am 13. Oktober. Auch mit Unterstützung der ÖVP hat sie einen Antrag eingebracht, durch den der Finanzausschuss die Frage der Finanzierbarkeit und der Infrastruktur-Ausschuss die Adaptierbarkeit des engen Kreuzungsbereiches sowie weitere Nutzungsmöglichkeiten des Areals prüfen sollen.

„Einst Dreh- und Angelpunkt des Hauptplatzes, ist das geschichtsträchtige ‚Otto-Haus‘ während der letzten Jahrzehnte immer mehr verkommen. Mittlerweile ist es zu einer großen Beeinträchtigung des Ortsbildes und einem Sinnbild für das Aussterben der Geschäfte am Hauptplatz geworden“, heißt es im Antrag wörtlich. Ein Ankauf durch die Stadt schaffe die Option, das Ortsbild zu attraktivieren, alternative Wohn- und Geschäftsräume zu schaffen und die Umgestaltung des Kreuzungsbereiches anzudenken.

Peter Müller hält eine Zuweisung der Angelegenheit an die Ausschüsse für machbar. Der ausgeschriebene Kaufpreis von 299.000 Euro plus Provision sei aber undiskutierbar. „Der Kaufpreis ist deutlich überhöht. So viel Geld werden wir dafür auf keinen Fall aufwenden können“, sagt der designierte Bürgermeister zur NÖN. Generell: „Wir können schwer alle Immobilien aufkaufen, die im Zentrum ruinös herumstehen.“

Den Standort und die Gelegenheit an sich hält Müller wie Prinz als Entwicklungsfläche für interessant, genauso wären ihm Maßnahmen gegen die nicht ungefährliche Kreuzung mit vier Ästen direkt im Zentrum „eine Überlegung wert“. Einer Wohnbau-Genossenschaft, die einst Interesse an der weitläufigen Immobilie gezeigt habe, sei das Verkaufs-Inserat – in dem auf das im Haus eingemietete „1er Beisl“ als „gut besuchten Gastronomiebetrieb“ verwiesen wird – sofort weitergeleitet worden. „Antwort gibt es noch keine.“

ÖVP stellt die Zeiten im Sammelzentrum zur Debatte

Auch die ÖVP stellte für die Sitzung einen Antrag: Sie bringt eine „längst überfällige Verlängerung der Abgabezeiten für Sperrmüll“ zur Abstimmung. Die NÖN berichtete über ihre Forderung, das Sammelzentrum einen zweiten Tag die Woche und einen Samstag im Monat zu öffnen, beim nunmehrigen Altbürgermeister Karl Harrer gab es damit kein Durchkommen („Quaqua der ÖVP“). Generell sieht die ÖVP, nachdem die SPÖ „monatelang mit sich selbst und ihren Posten beschäftigt“ gewesen sei, einige liegen gebliebene Arbeit und bemängelt, dass der Sitzungsplan keine weiteren Tagesordnungspunkte vorsah. – Müller kündigt eine nächste Sitzung vermutlich noch im Oktober an.

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