Rätselraten im City Center: Spieleparadies vor dem Aus?

Erstellt am 16. Juni 2022 | 05:53
Lesezeit: 3 Min
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Die Tage des Spieleparadieses dürften gezählt sein, zumindest an diesem Ort.
Foto: Christine Deutsch
Beliebter Spielzeugmarkt in Schrems mit wochenlangem Sale. Keine Reaktion auf Schließungsgerüchte – aber Tipp, Gutscheine einzulösen.
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An eine Schnitzeljagd erinnert derzeit das Rätseln rund um das „Spieleparadies“ im City Center Schrems. Vorweg: Offizielle Info war für die NÖN trotz mehrfacher Versuche keine zu bekommen, die Tage des größten Spielzeuggeschäftes im Gmünder Bezirk scheinen aber gezählt zu sein.

Schon im April mehrten sich Gerüchte über eine bevorstehende Schließung des Spieleparadieses, das seit dem City Center-Start 2005 dabei war – obwohl es mit dem Freizeitland Greiner am Eck Hauptplatz/Gazeile bereits einen starken Anbieter in der Stadt gegeben hatte. Dann begann der Abverkauf mit radikal gesenkten Preisen auf die gesamte Ware, mittlerweile ist der an sich sehr beliebte Laden zu mehr als der Hälfte geleert. Infos über Hintergründe gibt es bis dato auch in den Info-Kanälen von Spieleparadies oder City Center nicht.

Warten auf Entscheidung um Eurospar

Die NÖN fragte über die offizielle Telefonnummer des Shops und beim Eigentümer des Spieleparadieses – das ist die City Center Schrems Immobilien GmbH selbst –, wurde aber nicht schlauer. Centerleiterin Eva Tauber verwies an die Krocon Asset Management GmbH als Centermanagement, dort blieb der zugesagte Rückruf bis NÖN-Redaktionsschluss noch aus.

Vor Ort im Shop kann eine Beschäftigte nur mit den Schultern zucken: Sie wisse auch nicht, wie es weitergehe, rät sie aber dazu, allfällige Gutscheine zeitnah einzulösen. Sie ist nicht sicher, ob es eine Zukunft für das Spieleparadies gibt. Sie denkt, dass es nach der Abverkaufswelle schließt und – das ist ihre Hoffnung – an neuer Stelle im City Center nahe des Spar-Marktes wohl in kleinerer Form, aber immerhin doch wieder öffnet. Die Supermarkt-Kette Spar spielt wie berichtet seit Monaten mit dem Gedanken, den Markt im Einkaufszentrum zum Eurospar aufzuwerten – von der finalen Entscheidung soll ein größer angelegter „Relaunch“ des optisch nicht mehr ganz taufrischen City Centers abhängen.

Prinz warnt: „Leere Betonruine.“

Offiziell in den Mund nehmen wollte das angeblich nahende Aus bisher nur Bürgerlisten-Gemeinderätin Viktoria Prinz: Die Stadtführung zerbreche sich zur Hauptplatz-Umgestaltung den Kopf, lasse aber zu, dass hundert Meter weiter nach Serien-Schließungen bald eine „leere Betonruine“ stehe, kritisiert sie. Eine definitive Bestätigung für ein Aus habe auch sie nicht, sagt sie zur NÖN.

Bürgermeister Peter Müller (SPÖ) räumt einen gewissen Wissensstand über Pläne ein, der stimmt ihn einigermaßen positiv. Äußern könne er sich dazu derzeit aber noch nicht, zumal es einfach um kein Projekt der Stadtgemeinde gehe.

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