Rückkehr nach Österreich

Familie Ulbiev lebt nun im Burgenland. Die Suche nach einem Rechtsbeistand läuft.

Anna  Hohenbichler
Anna Hohenbichler Erstellt am 24. September 2021 | 05:50
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Ungewisse Zeiten für Milena Ulbieva und die Kinder Bekkan, Khamzat, Muhammad, Aminat, Mata, Rabia.
Foto: zvg

Groß war im Vorjahr zur Weihnachtszeit die Anteilnahme am Schicksal der achtköpfigen tschetschenischen Familie Ulbiev aus Schrems. Sie war wie berichtet aus der Grundversorgung gefallen und dann nach Deutschland geflohen. Aslan und Milena lebten mit ihren sechs Kindern mehrere Monate an verschiedenen Orten in Süddeutschland.

Jetzt gibt es Neuigkeiten: Die Familie kehrte nach Österreich zurück, lebt in Deutschkreutz (Burgenland). Die Schremser Volksschullehrerin Sandra Kammerer und einige Kolleginnen haben durch den Umzug nach Österreich wieder mehr Kontakt zu Mutter Milena Ulbieva, setzen sich gemeinsam mit Elternvereins-Obmann Tobias Spazierer für die Familie ein. Ganz einfach ist das aber nicht.

Nach fast einem Jahr dürfen die Kinder wieder zur Schule

Familie Ulbiev sei Ende August von der Fremdenpolizei in Deutschland aufgegriffen und nach Österreich zurückgeschickt worden, erzählt Sandra Kammerer. Anders als in den Monaten, in denen Familie Ulbiev in Deutschland gelebt hat, sollen die Kinder in Deutschkreutz nach fast einem Jahr wieder zur Schule gehen können, ist auch Sandra Kammerer erleichtert: „Mir geht es um die Kinder, sie tun mir so leid. Drei von ihnen sind hier bei uns geboren. Sie kennen also gar nichts anderes.“

Deshalb hat sie sich dafür eingesetzt, dass die Kinder mit Utensilien für den Schulstart ausgestattet sind. Nicht nur das: Weil es auch an Schuhen und Kleidung mangelt, hat sich Sandra Kammerer an Gea gewandt und um Schuhe für Mutter, Vater und Kinder gebeten.

Schuhe sind schon angekommen

Schon in der Vorwoche sind die Schuhe aus Schrems bei Familie Ulbiev angekommen. Neben den Strapazen der Flucht bleibe es auf der Strecke, sich um solche Dinge kümmern zu können, betont Gea-Geschäftsführer Heini Staudinger: „Wir finden es wichtig, wenn wir in solchen Fällen helfen können.“ Die Schuhe für Familie Ulbiev sind da kein Einzelfall: Wie Staudinger erzählt, wurden am Wochenende 1.500 Schuhe für den guten Zweck nach Rumänien geschickt, eine weitere Ladung ist in den Libanon unterwegs und wird dort an zwölf Waisenhäuser verteilt. Wie berichtet, wurde vom Elternverein der Volksschule im Winter ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem knapp 2.000 Euro eingegangen sind. Dieses Geld wurde nun an die Familie übergeben, erklärt Sandra Kammerer. Vorher sei nicht gewährleistet gewesen, dass die Eltern selbst darüber verfügen können.

Weil es in rechtlicher Hinsicht noch immer viele Unklarheiten und Fragen gibt, ist man auf der Suche nach einem Rechtsbeistand für Familie Ulbiev, der auch bereit wäre, unentgeltlich zu helfen. „Oder vielleicht findet sich jemand, der Kontakt zur Kindeswohlkommission hat“, hofft Kammerer.

Wer seine Hilfe anbieten möchte, kann sich per Mail unter hilfefuerfamilieulbiev@gmx.at jederzeit melden.