Verspäteter Saisonstart für Moorbad. Neubewertung der Bäder- Hygiene: Schremser Anlage noch nicht wieder freigegeben. Sprungbrett & Rutsche verschwinden.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. Juni 2021 (04:05)
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Läuft alles nach Plan, so startet das Moorbad als Gesamtes bis Ferienbeginn.
M. Lohninger, M. Lohninger

Am ersten heißen Sommerwochenende des Jahres war eine der beliebtesten Bademöglichkeiten im Gmünder Bezirk offiziell geschlossen: Das Schremser Moorbad durfte noch nicht in den Badebetrieb starten.

„Wir werden uns noch etwas einfallen lassen.“ Karl Harrer sucht Ersatz für Sprungbrett & Rutsche

„Sehr bemüht, neue Vorgaben zu erfüllen.“ „Offiziell geschlossen“ deshalb, weil die Liegewiesen und das Wasser nicht eingezäunt und somit frei zugänglich sind und auch der Gastronomiebetrieb läuft. Die Stadtgemeinde Schrems als Betreiberin hat aber laut Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) noch keine Erlaubnis, die Bade-Anlagen von den Toiletten über die Duschen bis zu Kinderrutsche und Sprungbrett in Betrieb zu nehmen.

Harrer erklärt den verlängerten Winterschlaf durch Behördenauflagen im Zusammenhang mit Covid-19 und der Bäderhygiene: „Es tut mir selber leid. Wir waren sehr bemüht, alle neu hinzugekommenen Vorgaben möglichst rechtzeitig zu erfüllen, und sind auch schon sehr fortgeschritten.“ Unter anderem sind mittlerweile auch die jeweiligen Wassertiefen ausgewiesen. Harrer hofft auf eine Benützungsbewilligung durch die Behörde und einen offiziellen Start der gesamten Anlage zumindest zum Ferienbeginn.

Sprungbrett & Rutsche: Aufsicht wäre nötig. Die traurige Nachricht für Wasserratten ist aber, dass Sprungbrett und Kinderrutsche laut Harrer auch nach der Wiedereröffnung nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Wieso? Der Stadtchef spricht von mehreren dazu erforderlichen Maßnahmen, die mit einer kostenlos zugänglichen Badeanlage nicht in Einklang zu bringen gewesen wären. Die Wassertiefe unterm Sprungbrett hätte zudem deutlich erweitert werden müssen.

Es hätte eines Badewartes bedurft, der die Situation in diesen Bereichen im Auge behalten und den geregelten Ablauf garantieren hätte müssen, bedauert Karl Harrer: „Dann müssten wir aber Eintritt verlangen und das Gelände einzäunen – und das wäre mit unserem Ziel einer frei zugänglichen Anlage nicht vereinbar gewesen.“

Der Stadtchef stellt dafür andere Attraktionen, die nicht direkt mit dem Wasser im Zusammenhang stehen, in Aussicht. „Wir werden uns noch etwas einfallen lassen.“

Hohe Investitionen. Insgesamt spricht Harrer von einem annähernd sechsstelligen Euro-Betrag, der in den vergangenen Monaten in die Anlage investiert worden sei: von der Asphaltierung im Zugangsbereich inklusive der Schaffung einer Stromtankstelle für Auto plus Fahrrad über Erneuerungs-Maßnahmen für die Stege (die NÖN berichtete über diese Projekte) bis zu Verfliesungen in den Sanitärbereichen.

Für die Fertigstellung der E-Tankstelle fehle genauso wie beim geplanten Schnelllader vor der Stadthalle noch ein kleiner Bauteil, beteuert Harrer: „Wir hoffen auch hier, dass sich die Sache in den nächsten Tagen erledigt hat.“ Die Arbeiten an den betroffenen Steganlagen, die inklusive eines stabilen Alu-Unterbaus anstelle des bisherigen Holzes komplett erneuert wurden, sind bereits abgeschlossen.

Ersteröffnung vor 91 Jahren. Das Moorbad wurde bereits im Jahr 1930 am Ausläufer des Hochmoors errichtet, zuletzt wurde es vor 17 Jahren einer umfassenden Revitalisierung und Erweiterung unterzogen. Nicht weniger als 1,6 Millionen Euro flossen damals in die Freizeitanlage mit ausgedehnter Steg- bzw. Terrassenlandschaft, Café-Restaurant und Beachvolleyball-Platz.