Carola Schmidt veröffentlicht erstes Album. Das erste Album von Carola Schmidt aka „Lulu Schmidt“ erscheint am 14. Juni. Ein Porträt.

Von Johannes Bode. Erstellt am 15. Juni 2019 (06:46)
F: rupert höller/matthias hellmdoppler
Lulu Schmidt im Video „Fire“.

„Im katholischen Waldviertel – wo aus der Reihe zu tanzen nicht gerade die beliebteste Tugend ist – musste Carola Schmidt früh lernen, ihre Einzigartigkeit in unterschiedlichen Rollen auszuleben.“ Das steht, frei übersetzt aus dem Englischen, in der Presseaussendung zu Lulu Schmidts Debüt-Album „BiPopularity“.

In der Rolle als Außenseiterin habe sie sich jedenfalls schon in der Schulzeit gefühlt, erzählt Carola Schmidt – Künstlername Lulu Schmidt – im Gespräch mit der NÖN: „Und die Rolle kann man sich nur leisten, wenn man Erfolg hat – sonst ist man ein Spinner.“ Das hat sich mittlerweile erledigt: Die Kunstfigur Lulu Schmidt ist derzeit äußerst erfolgreich unterwegs.

 „Wenn man schon vor mehreren Tausend Menschen auf einer Bühne steht, dann fühlt man eine gewisse Verantwortung. Man will unterhalten.“ Carola Schmidt

 Die ersten Singles des Albums laufen nicht nur auf FM4 in Dauerrotation, sondern auch auf diversen Radio-Stationen und Internet-Plattformen in ganz Europa. „Zuletzt hat sich eine Radiostation aus Litauen gemeldet. Das ist schön, leider läuft es aber auf den meisten Plattformen anonym ab und man bekommt gar nicht mit, wenn man gespielt wird.“ Auf Youtube wurde das Video zu „Happy and I hate it“ über 6.500 Mal gesehen, das neue Video „Fire“ hat nach wenigen Tagen bereits 2.000 Klicks. Es ist eine gelungene Parodie auf die Posen der Popstars.

Carola Schmidt wurde in Horn geboren, ist in Schrems aufgewachsen, studierte nach der Matura an der Angewandten Fotografie, ging nach Berlin, um dort 2007 an der Kunst-Uni ihren Abschluss zu machen. 2008 gewann sie mit ihrem Diplom-Video den Newcomer-Preis der Diagonale Graz, produzierte später Musikvideos, unter anderem für die Berliner Band „Mia.“.

 Anerkennung für Geigenlehrer Chytka

 Schon bald verschlug es die schon in der Schulzeit ausgebildete Geigerin selbst wieder in Richtung Musik: Mit dem Projekt „Tangowerk“ war sie international auf Tour. Nun ist sie zurück in Wien, wo sie die Lebensqualität schätzt. In Stratzing bei Krems ist ihr Studio: „Ein Traum in Sommer!“

Ins Waldviertel zurück führen sie das Wald4tler Hoftheater oder das „Progress Festival“ der „Subetasch“, wo sie 2015 ihren ersten Solo-Auftritt als Lulu Schmidt hatte. Viel Lob hat sie für ihren Geigenlehrer Miroslav Chytka von der Musikschule Weitra: „Ich hab bei ihm nicht nur das lange üben und ‚Durchbeißen‘ gelernt, sondern konnte auch meine Leidenschaften ausleben.“

Mit Lulu Schmidt verbindet sie das Schwere der klassischen Musik und der Kunst mit der Leichtigkeit des Pops: „Vor dieser Leichtigkeit hatte ich erst Angst. Aber mittlerweile kann ich damit spielen, und es ist vor allem live ein anderer Energieaustausch mit dem Publikum möglich. Wenn man schon vor mehreren Tausend Menschen auf einer Bühne steht - wie beim Electric Spring-Festival im Museumsquartier letztes Jahr - dann fühlt man auch eine gewisse Verantwortung. Man will unterhalten.“

Zwei „große Bühnen“ stehen heuer noch im Kalender: Ein Auftritt beim Popfest am Karlsplatz und das Album-Release auf der Viennale-Party im Museumsquartier. Die richtige Tour startet nächsten Frühling.