Zuschlag für nächstes Großprojekt. Neben Stiftsberg und Residenz: Schremser Ingenieurbüro erhält Auftrag für deutsches Knast-Millionenprojekt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 20. Juli 2019 (04:58)
A.Savin (Wikimedia Commons), www.KPP.at
KPP arbeitet Aufträge in der Welterbestadt Quedlingburg mit Stiftsberg (Bild) und Residenz ab. In Zwickau wird indes bis 2024 über einen 174 Millionen Euro teuren Knast-Neubau für Sachsen und Thüringen gewacht.

Das Ingenieurbüro KPP Consulting GmbH, das seinen Umsatz seit 2016 verdoppelte und die Belegschaft um mehr als die Hälfte auf derzeit 32 Mitarbeiter erweiterte, setzt seinen Expansionskurs munter fort. Auf organisatorischer Ebene hat die Firma KPP mit Sitz in Schrems und Haupt-Betriebsstätten in Zwettl sowie Krems per Anfang Juli mit Übernahme des Ingenieurbüros Redl im Mostviertel das Bearbeitungsvolumen um ein weiteres Viertel nach oben geschraubt. Mitarbeiter und auch das externe Team von Werkvertrag-Nehmern wurden mit übernommen.

Zugleich bauen die Waldviertler ihre Rolle auch am deutschen Markt, für den wie berichtet die Schaffung eines eigenen Betriebsstandortes geplant ist, zunehmend aus. Nach dem Großauftrag für die Bausicherheits-Koordination zu Generalsanierung und Zubau des Augsburger Staatstheaters – die NÖN berichtete zum 190-Mio.-Euro-Projekt – wurde KPP neben mehr als einem Dutzend weiterer Aufträge in Süd- und Ostdeutschland auch als Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator für drei Projekte im Bundesland Sachsen-Anhalt engagiert.

174 Millionen Euro für Sachsens „Superknast“

In Bernburg (Saale) wird bei der energetischen Sanierung eines Vereinshauses beraten, in der Welterbestadt Quedlinburg mit mehr als 2.000 Fachwerkhäusern wirkt KPP an der fast zehn Millionen Euro schweren Entwicklung und Neuausrichtung des Stiftsberges genauso mit wie an der Sicherung und Sanierung des Westflügels der Residenz am Schlossberg.

Als Draufgabe haben die Waldviertler nun auch den Zuschlag für die Leistungen laut Baustellenverordnung zu der in Medien als „Sachsens Superknast“ bezeichneten, gemeinsamen neuen Justizvollzugs-Anstalt für Sachsen und Thüringen in Zwickau erhalten.

Etwa 174 Millionen Euro fließen in den Neubau mit 820 Haftplätzen, der im Jahr 2024 abgeschlossen sein soll.

A.Savin (Wikimedia Commons), www.KPP.at

Das betreffende Gelände auf einem ehemaligen Bahnwerk soll laut Finanzministerium als ersten Schritt eine 1,35 km lange und sechs Meter hohe Außenmauer erhalten, noch heuer sollen Baugruben ausgehoben und mit dem Tiefbau begonnen werden. Der Knast ist für die leichteren der „schweren Jungs“ vorgesehen – Männer mit Freiheitsstrafen unter fünf Jahren sollen hier laut „Sächsische“ unterkommen. Neben sechs Hafthäusern sind demnach ein multifunktionaler Sport-, Schul- und Kirchenbereich, Verwaltung und Arbeitsstätten geplant.

Die Bausicherheits-Koordination liegt für KPP – wie beim Großauftrag in Augsburg – bei Lisa Muthsam, auch im Team sind Tomas Otepka und Philipp Gotzbachner.