Waldviertler Granit beim „Steffl“. Granitwerke Kammerer liefern seit wenigen Tagen für Stephansplatz & Salzburger Getreidegasse.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 25. März 2017 (13:33)
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Bereit für Waldviertler Granit ist der Stephansplatz im Herzen Wiens. Am Foto beim Start der Oberflächen-Sanierungsarbeiten in der Vorwoche: Granitwerke-Geschäftsführer Rudolf Kammerer mit Gattin Monika. Foto: privat

Der Weg über den weltweit berühmtesten Ort Österreichs führt bald über Waldviertler Granit: Der Stephansplatz in Wien wird für Gesamtkosten von etwa 11,5 Millionen Euro seit voriger Woche einer großflächigen Generalsanierung unterzogen – den Großteil der Pflastersteine für die Neugestaltung der Oberfläche im Zuge dessen liefert die Granitwerk Kammerer GmbH aus Schrems.

„Die Mitarbeiter arbeiten Aufträge wie diese mit Stolz ab, identifizieren sich vollauf damit.“Rudolf Kammerer

Granitplatten im Gesamtausmaß von etwa 10.000 m 2 , jeweils 14 Zentimeter dick, werden dazu in den nächsten Monaten aufbereitet. In 170 Lkw-Fuhren werden nicht weniger als 3.900 Tonnen Waldviertler Granit in die Bundeshauptstadt transportiert. Dazu kommen etwa fünf Lkw-Fuhren für Randsteine, außerdem liefert Kammerer zum Ende der Arbeiten hin jeweils bis zu 4,2 Meter lange Bänke aus Hartberger Granit und eine größere Anzahl an zylindrischen Sitzhockern.

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Probesitzen in der Wiener Herrengasse auf Rundteilen,diemitderneuen CNC-Maschine in Schrems bearbeitet wurden: Wolfgang Spitzy (Initiative Herrengasse), Johannes Blieweis (Porr), Ernst Eder (Granitwerke Kammerer; v.l.).

Das Besondere beim „Steffl“ ist, dass hier das auf repräsentativen Plätzen traditionelle, zuletzt aber selten angewandte Verlegemuster „Römischer Verband“ realisiert wird. Dazu müssen quadratische und rechteckige Platten mit verschiedenen Abmessungen und aufeinander abgestimmten Kantenverhältnissen geliefert werden.

Den Segen von Dompfarrer Toni Faber haben die Beteiligten: „Auf dem spirituellen Knotenpunkt der Stadt liegt sicher der Segen Gottes, die neue Pflasterung bringt das durch die kreuzförmigen Musterungen zum Ausdruck. Ein stolperfreier Zugang zur ersten Pfarrkirche Österreichs soll Hoffnung, Kraft und Lebensfreude schenken.“

In dem 2011 gegründeten Granitwerk Kammerer trägt das Projekt indes zur Absicherung der bereits 60 Arbeitsplätze bei, bringt laut Verkaufsleiter Ernst Eder eine Umsatzerhöhung um 15 bis 20 Prozent.

Aber es ist natürlich auch ein Prestigeprojekt. „Prominenter geht es in Österreich ja nicht mehr“, sagt Geschäftsführer Rudolf Kammerer: „Die Mitarbeiter arbeiten Aufträge wie diese mit Stolz ab, identifizieren sich vollauf damit und schauen sich vor Ort interessiert die Ergebnisse an.“

Investitionsbedarf gibt es immer

Kammerer und sein Team haben sich in Wien wie berichtet etwa bei der Umgestaltung der Mariahilfer Straße und auch bei diversen Innenstadt-Projekten wie zuletzt der neuen Begegnungszone zwischen Michaelerplatz und Freyung in der Herrengasse Top-Referenzen erarbeitet.

Aktuell läuft parallel zur Stephansplatz-Baustelle auch ein zweites Prestige-Projekt – der zweite Abschnitt der im Vorjahr gestarteten Neugestaltung der weltbekannten Getreidegasse in Salzburg. Auch hier fiel die Lösung auf eine einheitliche Granit-Bepflasterung, allerdings mit Kirchwalder Granit aus dem Steinbruch bei Hoheneich.

Mehr als 100.000 m 3 Stein für fünf verschiedene Granitsorten aus dem Waldviertel bauen die Kammerer-Werke pro Jahr ab.

Investitionsbedarf gibt es immer: Im Vorjahr wurden etwa 500.000 Euro in eine CNC-Maschine mit einem Arbeitsbereich von 12 x 5 Metern gesteckt, die die Fertigung edler Rundteile – wie 2016 für Sitzgelegenheiten in der Herrengasse (siehe Foto oben!) – ermöglicht. Die beheizte Hallenfläche musste dafür deutlich erweitert werden. Eder: „Auch heuer sind einige Investitionen in die Steinbruchtechnik nötig.“

Erst vorigen Donnerstag wurde direkt aus den USA ein neuer Cat-352-Bagger geliefert. Das bärenstarke Teil bringt mehr als 50 Tonnen Gewicht auf die Waage.