Kraftplatz errichtet: Gedenken an die Ahnen. Familie Cepak hat sich eine Gedenkstätte gebaut. Was dahinter steckt und was sie ihr bedeutet.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 01. Januar 2021 (06:32)
Christoph Cepak (rechts) und sein Vater Günter sind zufrieden mit „ihrer“ Familiengedenkstätte.
privat

Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk, das an die eigenen Vorfahren erinnern soll, hat Christoph Cepak sich und seiner Familie gemacht: In zwei Jahren Bauzeit ist in Schützenberg eine Familiengedenkstätte entstanden. Pünktlich vor Weihnachten wurde mit der geschichtsträchtigen Eingangstür einer der letzten Puzzlesteine ergänzt. Doch nicht nur die Türe hat für die Familie einen ganz besonderen Wert.

Angefangen beim Grundstück

Das hat Christoph Cepak mit 16 Jahren als damals noch verfallene Landwirtschaft übernommen. Das Grundstück – es liegt abseits der Ortschaft Schützenberg und vor den Toren des malerischen Gabrielentals – stammt von seinem Großvater. „Ich weiß noch wie trist alles war: kreuz und quer gespannte Strom- und Telefonleitungen, Maschendrahtzäune und verwuchertes Gelände“, blickt er zurück. Bald darauf standen auch die beiden Nachbargebäude leer. Er übernahm sie und hatte eine Vision im Hinterkopf.

Eine davon war die Gedenkstätte

Die widmet Christoph Cepak unter anderem seiner Familie – und deren Vorfahren: „Diese waren laut Ahnenforschung protestantische Bauern, die ihren Ursprung in unterdrückten und vertriebenen französischen Hugenotten hatten. Sie standen in einer Glaubensauseinandersetzung mit dem damaligen König Heinrich II“, erzählt er. Die Widmung gebührt aber auch dem heiligen Florian und der heiligen Maria. Dem heiligen Florian deshalb, weil er als Schutzpatron der Feuerwehrleute und Rauchfangkehrer gilt und er selbst eben Rauchfangkehrer ist.

Und die heilige Maria habe die Familie zu Ehren ihrer Nachbarin gewählt, sagt Christoph Cepak. Überhaupt soll das Denkmal ein „Zeichen für mehr Toleranz untereinander“ sein: „Ein gravierter Stein mit dem Spruch ‚Lass jedem seinen Glauben‘ soll einem das jederzeit vor Augen führen.“

Was hinter Glocke und Kreuz steckt

Ein Bronze-Mörser, der in der Küche seiner Großmutter Verwendung fand, wurde für die Glocke verarbeitet. Besonders deshalb, weil seine Großmutter Sudetendeutsche war und einst aus Tschechien vertrieben wurde, habe das eine große Bedeutung, erzählt Cepak. Den französisch-protestantischen Vorfahren hat er noch ein weiteres Mahnmal gesetzt: „Ich habe ein Kreuz anfertigen lassen, bei dem im Zentrum des katholischen Kreuzes ein Hugenotten-Kreuz eingesetzt wurde.“

Zu jeder Tür den passenden Türstock

Beim Sperrmüll hat Christoph Cepak einen Landwirt getroffen. Auf dessen Anhänger eine Türe – die nicht am Sperrmüll landete. Sondern: „Ich bin dann zu ihm hingefahren und habe sie mir angesehen.“ Nach einer Rundumerneuerung beim Tischler hat die alte Türe in der Gedenkstätte der Familie Cepak nun einen neuen Platz gefunden. „Sie hat genau in den Türstock gepasst, der selbst ein uraltes Stück aus Weitra ist“, sagt er.

Zurück zur Vision

Die umfasst nämlich auch ein Öko-Feriendorf. „Durch Covid hatten wir heuer mehr Kraft und Zeit, daran weiterzuarbeiten“, sagt er. Immerhin sei das mit viel Arbeit verbunden. Wenn er und seine Familie von der Kapelle über die Landschaft blicken, weiß er: „Das ist ein Kraftplatz für uns.“