„Schulen & Kindergärten ein Hauptthema im Bezirk Gmünd“. Zahl der Infizierten im Gmünder Bezirk leicht rückläufig, jene der Menschen in Quarantäne aber kräftig steigend: weil vermehrt ganze Schuleinheiten zuhause bleiben müssen, mindestens sechs alleine in Gmünd-Stadt. Zugleich sehr positive Zwischenbilanz nach Öffnungsschritten im Handel.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 27. Februar 2021 (12:59)
Wie geht es mit den Schulen weiter?
APA (dpa/Symbolbild)

Nach dem sprunghaften Anstieg des Coronageschehens im Gmünder Bezirk unter anderem im Zusammenhang mit einem Cluster im Pflege- und Betreuungszentrum Litschau entspannte sich die Situation im Verlauf der zu Ende gehenden Woche leicht. Die Zahl der aktuell Infizierten ging laut Bezirkshauptmannschaft bis 26. Februar von zwischenzeitlich bereits wieder 110 auf 102 zurück. Die Zahl der Menschen in Quarantäne kletterte allerdings binnen weniger Tage um ein Fünftel auf 300 nach oben.

Der Grund dafür liegt primär bei Infektionsfällen in Kindergärten und Schulen, sagt Bezirkshauptmann Stefan Grusch: „Weil teilweise auch der Verdacht auf mutierte Varianten des Coronavirus mit relativ hoher Infektiosität besteht, bedarf es einfach eines sehr konsequenten Vorgehens.“ Jeder Fall wird demnach für sich bewertet und die Reaktion daraus in Absprache mit einem Epidemiearzt abgeleitet, im Regelfall wird eine Einheit aber ab zwei zeitgleichen Positivfällen „abgesondert“.

Symptomlos, aber infektiös - oft für die ganze Familie

Alleine in der Stadt Gmünd war per Freitagmittag von jeweils zwei geschlossenen Klassen in Volks- und Mittelschule sowie mindestens auch schon zwei betroffenen Sonderschul-Klassen die Rede – wobei in den Unterstufen dank tageweisem „Schichtbetrieb“ nur Halbklassen zuhause bleiben müssen, es zur anderen Klassenhälfte keine physischen Kontakte gab. Auch andere Schulen und Kindergärten sind betroffen.

„Schulen und Kindergärten sind leider ein Hauptthema im Gmünder Bezirk. Infizierte Schüler sind großteils ohne Symptome, können aber still weiter infizieren“, räumt Grusch ein: „Genau deshalb bewähren sich die regelmäßigen Schultests.“

Bis eine Infektion dort festgestellt wird, kann diese aber dennoch schon munter gestreut haben – vor allem freilich innerhalb von Familien, die Grusch immer noch als eklatanteste Infektionsherde im Gmünder Bezirk sieht. „Erwischt es ein Mitglied, dann erwischt es vielfach innerhalb kurzer Zeit die ganze Familie“, sagt er. Mehrere große Familien seien derzeit im Bezirk betroffen, in einen Familienverbund zählt die Behörde gar elf aktuell Covid-Infizierte.

„Keine gravierenden Infektionsketten“ bei Handel & Dienstleistern

Im Litschauer Pflegeheim, wo die NÖN zur Wochenmitte von 22 Infektionen berichtet hatte, habe sich die Situation wieder beruhigt.

In Schulen und Kindergärten des Gmünder Bezirkes hat die Rückkehr in den zumindest teilweisen Präsenzunterricht nach dem dritten scharfen Lockdown in Österreich also durchaus einige Turbulenzen nach sich gezogen. In den Bereichen Handel und körpernahe Dienstleistungen blieben die Lockerungen indes laut Bezirkshauptmann Stefan Grusch zumindest im Gmünder Bezirk weitgehend ohne negative Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen: „Bis jetzt gibt es keine Hinweise auf gravierende Infektionsketten im Zusammenhang mit diesen Bereichen.“

Diese Zwischenbilanz hat insofern Gewicht, als Grusch von einer immer noch sehr hohen Aufklärungsrate von Infektionswegen im Bezirk spricht.

Marke von 2.000 bisher je Infizierten naht

Seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wurden im Gmünder Bezirk bei 36.300 Einwohnern bisher mehr als 1.900 Infizierte registriert, 44 verstarben Behördenangaben zufolge im Zusammenhang damit.