Schulzentrum: Ganze Klasse & sechs Lehrer in Quarantäne. Lange hat die Rückkehr in den Alltag am Schulzentrum Gmünd nach dem Covid-Lockdown und den Sommerferien nicht gedauert: Zum Beginn der zweiten Schulwoche im neuen Schuljahr blieben eine ganze Klasse und sechs Lehrer am 14. September wegen des bisher 19. CoV-Falles im Bezirk zuhause.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 14. September 2020 (13:33)
Coronavirus-Fall im Schulzentrum Gmünd.
privat

Bezirkshauptmann Stefan Grusch bestätigt der NÖN Gerüchte, wonach ein in Österreich wohnhafter Schüler mit Migrationshintergrund positiv auf das Virus getestet worden sei. „Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst, um eine Ausbreitung des Virus möglichst zu unterbinden“, betont Grusch. Die Schritte seien auch in Absprache mit der Sanitätsdirektion gesetzt worden: So wurden alle Schüler der Klasse, sechs Lehrer sowie die gesamte Familie des positiv Getesteten als Teile der Hochrisikogruppe bewertet, „sie müssen unabhängig vom Ergebnis ihrer Coronatests zehn Tage in Heimquarantäne verbringen“. Mit der Polizei ist laut Grusch zudem abgesprochen, dass die strikte Einhaltung der Absonderung überprüft werde. 

Grusch: „Manchen fehlt der Respekt vor Covid“ 

Die Erhebung habe sich alles andere als einfach gestaltet, sagt Bezirkshauptmann Grusch: „Bei Menschen mit Migrationshintergrund ist das Verständnis für die Zusammenarbeit mit der Behörde leider auch in anderen Bezirken mitunter am geringsten. Manchen fehlt einfach der Respekt vor Covid – man muss dann leider mit den Konsequenzen des Strafrechts drohen.“ Die intensive Nachfrage habe in dem Fall jedenfalls ergeben, dass sich der Schüler mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem Aufenthalt in einem tschechischen Einkaufszentrum angesteckt habe.

Bisher noch kein weiterer Fall am Schulzentrum

Aufgekommen sei die Infektion, weil der Bursch typische Krankheits-Symptome gezeigt habe. Grusch: „Von weiteren Schülern oder Lehrern gibt es noch keine Meldungen über Symptome, bisher liegt auch noch kein weiteres positives Testergebnis vor.“ Grusch dankt in dem Zusammenhang allen beteiligten Beamten für eine Nachtschicht zur Erhebung der Vorgeschichte und Kontakte bis hin zu rasch erfolgten Absonderungen.

Herausforderung: Schultypen-übergreifend eingesetztes Personal

Weil Lehrpersonal natürlich auch in anderen Klassen und Schultypen des Schulzentrums unterrichtet, bedeute der Covid-Fall organisatorisch eine „riesige Herausforderung“, sagt Alfred Grünstäudl, Leiter der Bildungsregion I. Ziel sei es für die sechs Lehrer in Quarantäne, die Schule in verschiedener Form weiterhin zu unterstützen: Abhängig von ihrer konkreten Profession könnten sie sich via Live-Schaltung begleitend in den Unterricht am Schulzentrum einklinken oder für Distance Learning mit Schülern in Quarantäne herangezogen werden, „es braucht natürlich sehr individuelle Lösungen“.

Dass die Pandemie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen so rasch nach den Ferien aufpoppt, sei einfach nicht zu erwarten gewesen, sagt Grünstäudl. Er hofft, dass die positiv getesteten Schüler keine weitere Infektionen nach sich ziehen: „Wir versuchen, sehr sorgsam vorzugehen, um eine Ausbreitung zu verhindern.“

Gmünd überregional ein Musterbezirk

So folgenschwer der 19. Covid-Fall im Bezirk für einige Dutzend Beteiligte auch ist – im überregionalen Vergleich mauserte sich Gmünd zum Musterbezirk: Innerhalb des Waldviertels gab es in den vergangenen Tagen vor allem in den Bezirken Horn und Zwettl etliche Neuinfektionen, die Bezirke Horn, Waidhofen und Zwettl kommen zusammen mit Stand 14. September auf bereits fast 300 Infektionen.

Bundesweit hat im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung nur noch Hermagor in Kärnten weniger Covid-Fälle als Gmünd, wo Bezirkshauptmann Stefan Grusch aktuell keine weiteren Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Infektion meldet. Das ist insofern positiv, als sich diese und vorige Woche auch seine eigene Mannschaft durchtesten ließ – bisher noch ohne positives Ergebnis.