„Wir wissen, was wir brauchen“: Gmünd wäre für Blackout gerüstet

Die „Blitzeisübung“ vor zwei Jahren hat aufgezeigt, wie sich ein Blackout auswirkt.

Erstellt am 03. November 2021 | 05:00
440_0008_8220825_gmu44bh_blitzeis_5302.jpg
Der Führungsraum der Bezirkshauptmannschaft wurde unter Katastrophenreferent Günther Sohr (rechts) aufgerüstet, 2018 stand er im Zentrum der großen Katastrophenübung „Blitzeis“. Bezirkshauptmann Stefan Grusch (links) sieht die Einsatzorganisationen seither für ein Blackout gut gerüstet.
Foto: M. Lohninger(Archiv)

Das Thema „Blackout“ beschäftigt seit Jahren die Behörden, Blaulichtorganisationen und auch die Bevölkerung im Bezirk Gmünd. Bezirkshauptmann Stefan Grusch kann beruhigen: „Wir sind sehr gut auf ein derartiges Szenario vorbereitet.“

Mögliche Auswirkungen und notwendige Maßnahmen bei einem kompletten Stromausfall seien seit der „Blitzeisübung“ im Oktober 2018 im Bezirk Gmünd bekannt. „Bei dieser Übung, die mit dem Führungssimulator der Kaserne Weitra abgehalten worden ist, haben wir gesehen, wie die Notstromaggregate im Krankenhaus, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz usw. funktionieren, und konnten die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur planen“, erklärt Grusch, und: „Uns trifft also ein Blackout nicht unvorbereitet, wir haben sehr gute Pläne. Diese gelten nicht nur für einen Blackout, sondern auch für große Einsätze, wie es derzeit einen im Süden des Landes durch den Waldbrand gibt.“

Dass man sich bei derartigen Szenarien auch mit unplanbaren Komponenten aus einandersetzen müsse, sei klar. Das betreffe vor allem die Kommunikation. „Das Mobilfunknetz wird überlastet sein, viele Systeme werden zusammenbrechen, auch der eigene Behördenfunk wird nicht ewig funktionieren“, meint Grusch. „Da aber seitens der EVN mitgeteilt worden ist, dass innerhalb von 72 Stunden das Stromnetz hochgefahren werden könne, bauen unsere Pläne auf diese Zeitspanne auf.“

Das Klinikum Gmünd zählt im Bezirk zur „kritischen Infrastruktur“. Hier sei man ebenfalls vorbereitet. „Wir haben Notstromaggregate und ein Konzept für den Ernstfall. Wir können unseren Betrieb aufrecht erhalten“, sagt der kaufmännische Leiter Karl Binder.

„Feuerwehrhaus als Leuchtturm im Ort“

In der Kaserne Weitra ist ein „Blackout“ immer wieder Thema. Erst beim Partnerschafts-Seminar mit Ministerin Klaudia Tanner vor wenigen Wochen hat der Oberst des Generalstabes sensibilisiert.„Wirbrauchen aber neue Notstromaggregate. Die Erneuerung der Kasernen-Tankstelle sollte bald realisiert werden“, meint Kommandant Reinhard Bachner. Das Heer wird Blackout-Folder“auflegen und ein Gewinnspiel starten.

„Das Feuerwehrhaus ist der Leuchtturm in der Ortschaft, hier kann die Bevölkerung auch bei einem Blackout unterstützt werden“, erklärt indes Bezirksfeuerwehr-Chef Erich Dangl. Viele Wehren haben Notstromaggregate – in Schrems kaufte erst die Stadtgemeinde drei derartige Geräte für die Wehr an. Einige Feuerwehrhäuser wurden energieautark ausgebaut. Dangl: „Im Winter wird es auch wieder eine Aktion für Notstromaggregate geben.“

Dass jeder für sich selber ein „Blackout-Konzept“ erstellen sollte, darauf macht der Zivilschutzverband aufmerksam. „Das ist individuell. Aber setzte ich mich mit der Bevorratung von Essen, Trinken und Medikamenten auseinander und kläre, wo und wie ich kochen und heizen kann, hinterfrage, wie ich zu Trinkwasser komme und ob das Abwasser funktioniert, dann bin ich für einen Blackout schon gut gerüstet“, sagt René Schreiber, Bezirksleiter im Zivilschutzverband.

Umfrage beendet

  • Seid ihr auf einen Blackout vorbereitet?