Gmünder zwischen „Squid Game“ & Schweinebraten

Erstellt am 18. Januar 2022 | 05:57
Lesezeit: 4 Min
Sebastian Stark hat in Seoul viele Erfahrungen gesammelt – und gekocht.
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Für seine großen Technologie-Unternehmen und schillernden Millionen-Metropolen ist Südkorea schon länger bekannt. Für K-Pop – also koreanischsprachige Popmusik – und den Serien-Erfolg „Squid Game“ noch nicht so lange. Das Interesse an dem Land steigt und zieht viele Studenten für Auslandssemester an. Einer davon ist Sebastian Stark, Bezirksobmann der „Jungen Volkspartei“ in Gmünd, der das Wintersemester in Seoul an der Sungkyunkwan University verbracht hat. Eine Entscheidung für den „größtmöglichen Kulturunterschied“.

Die Verpflichtung zum Auslandssemester in Starks Studium war wegen der Pandemie zwar ausgesetzt, er hat sich dennoch dafür entschieden. Warum? „Ich habe mir gedacht, dass es eine einmalige Gelegenheit ist“, sagt er. Als es an die Auswahl des passenden Landes, Stadt und Universität ging, waren mehrere Faktoren entscheidend: „Ich habe etwas gesucht, das exotisch ist und gleichzeitig hinsichtlich Covid ziemlich sicher ist. Damit musste ich Moskau schon einmal zurückreihen.“ Viele Maßnahmen seien in Korea ähnlich zu jenen in Österreich gewesen, im Herbst habe es durch die hohe Impfquote beinahe gar keine separaten Regelungen mehr gegeben, erzählt Stark.

Nach der Ankunft ging es erst einmal für eine zweiwöchige Quarantäne in ein Hotel: „Dort habe ich die Zeit genutzt, um mich intensiv einzulesen und mit dem Land zu beschäftigen.“ Südkorea hat schließlich mehr als Technologie-Unternehmen, Millionen-Metropolen, K-Pop und Squid Game zu bieten. In der Metropolregion rund um Seoul leben über 20 Millionen Menschen.

Vorsicht Mienenfelder: Grenzausflug zu Nordkorea

Diese Dimension war für den Gmünder ungewohnt: „Ich war überrascht, als ich in die U-Bahn eingestiegen bin und gesehen habe, dass eine Linie 75 Stationen hat“, erzählt er. Er habe die Stadt als besonders schnelllebig, die Menschen gleichzeitig aber als sehr hilfsbereit kennengelernt. Nach einer Eingewöhnungsphase folgten Ausflüge in ländlichere Gegenden. „Nach zwei Monaten in dieser Großstadt war es für mich ungewohnt, dass es plötzlich leise war und ich die Vögel zwitschern hören konnte.“ Besonderes Highlight des 21-Jährigen: ein Trip an die Grenze zu Nordkorea. „Neben jedem Weg wird auf Mienenfelder hingewiesen. Es ist schon seltsam, so etwas zu sehen“, sagt er.

Die nötigen Lehrveranstaltungen fürs dritte Semester in seinem Unternehmensführung-Entrepreneurship-Studium an der Fachhochschule der WK Wien konnte Sebastian Stark an der Sungkyunkwan University absolvieren. Das große Angebot an englischsprachigen Vorlesungen war ein Vorteil.

Dank Videokonferenzen auch zuhause mit dabei

An Besprechungen für seine Aufgaben bei der JVP und in der Hochschülervertretung konnte er per Videotelefonie trotz der Distanz teilnehmen. „Aber die acht Stunden Zeitverschiebung musste man berücksichtigen“, schmunzelt er. Für eine Universität ungewohnt klein waren die Gruppengrößen mit 40 Studierenden. Das Flair hat Stark beeindruckt: Die Universität wurde als konfuzianistische Beamtenschule 1398 gegründet. Die bestehende Kooperation mit Samsung erkenne man dennoch deutlich, sagt er.

Nach der Quarantäne im Hotel hat Stark in einem Studentenwohnheim gelebt – wo Freundschaften mit Studierenden unter anderem aus Deutschland, Belgien, Usbekistan und Brasilien entstanden. Für die hat er sogar Schweinebraten mit Knödel und ein Fisolengulasch gekocht: „Es war aufwendig und hat einige Tage gedauert, bis ich alle Zutaten hatte. Aber bei den anderen ist es gut angekommen.“

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