SPÖ: Start für Petition gegen Belastung durch Holz-Lkw. Die Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang machte mit einer Resolution und etwa 900 Unterschriften gegen die zunehmende Belastung im Ort durch Holzimporte den Start, aus Dobersberg vereinte Anton Dorfinger mit einer Petition über 800 Gegner einer „Transitwelle durch Waldviertler Dörfer“ hinter sich. Jetzt startet auch die Waldviertler SPÖ die Petition „Stoppt die Holztransporte durch das Waldviertel!“

Von Markus Lohninger. Erstellt am 08. April 2021 (15:18)
Stein des Anstoßes für die SPÖ: Holz-Lkw in engen Waldviertler Ortskernen
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Konkret gefordert werden in der SPÖ-Petition stationäre Radargeräte für die „Hotspots“ an den Hauptrouten durch das Waldviertel oder Tempo 30 für Lkw in den betroffenen Ortsgebieten, das Land NÖ solle – wie es in einer Aussendung heißt – mehr Geld für bauliche Maßnahmen zur Beruhigung des Lkw-Verkehrs bereitstellen, etwa in Form von Verkehrsinseln und Halbteilern bei Ortseinfahrten. Einmal mehr kommt auch die Verlagerung der Holztransporte von der Straße auf die Schiene zur Sprache.

Monatelange Proteste gegen gestiegene Importe

Im „Holzkurier“ wird für die ersten sieben Monate des Jahres 2020 ein Anstieg an Holzimporten aus Tschechien von einem Drittel genannt, die NÖN berichtete:

Bis Jahresende sei das Plus auf 42 Prozent gestiegen. Die Menge alleine des importierten Nadelsäge-Rundholzes habe sich in fünf Jahren von 1,46 auf mindestens 5,5 Millionen Festmeter pro Jahr fast vervierfacht. Per Bahn komme nur ein Fünftel davon, der Rest komme – in 12.000 Holz-Lkw pro Monat – über die oftmals gar nicht dafür ausgerichtete Straße über die Grenze.

SP-Wiesinger: „Vor allem in der Nacht unerträglich"

„Vor allem in der Nacht ist diese Lkw-Lawine für die Einwohner in den Ortschaften unerträglich, sie können oft nicht einmal mehr schlafen. Die Gesundheitsbelastung ist enorm“, betont der SPÖ-Landtags-Abgeordnete Josef Wiesinger, der auch auf häufig missachtete Tempolimits hinweist. Wiesinger per Aussendung: „Wir wollen, dass unser Waldviertel eine lebenswerte Region bleibt. Die Gemeinden werden vom Land Niederösterreich im Stich gelassen. Deshalb verlangen wir von der Landesregierung ein Bekenntnis zur Lebensregion Waldviertel und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.“

Bezirk Gmünd: Zusagen für erste sechs fixe Radarboxen

Zur Problematik gab es schon etliche auch überparteiliche Verkehrsgipfel – innerhalb der Bezirke, in der Region, aber auch gemeinsam mit Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko. So werden im Gmünder Bezirk in einer ersten Reaktion auf den massiv gestiegenen Lkw-Verkehr vor allem durch Holzimporte noch im Frühjahr sechs fixe Radarstandorte installiert, die NÖN berichtete exklusiv.

Unterstützung für die Petition kommt jedenfalls auch von Landeshauptfrau-Stellvertreter und SPÖ-Landesparteichef Franz Schnabl: Er unterstütze diese „im Sinne der Verkehrssicherheit, der Gesundheit der Waldviertler und des Klimaschutzes“, betont er.

Digital unterschrieben werden kann über die jeweiligen Bezirkspartei-Seiten der Sozialdemokraten im Waldviertel.