Kampf um Erhalt des Vereinsstadls. Der Verein zur Erhaltung von Kultur und Landschaft in Stadlberg will weiter um den Erhalt des Vereinsstadls kämpfen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 16. September 2014 (09:07)
Maria Mülleder und ihre Vereinskollegen kämpfen um den Erhalt dieses Stadlzubaus in Stadlberg.
NOEN, Weikertschläger

Auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen zu sein scheint – der Verein zur Erhaltung von Kultur und Landschaft in Stadlberg gibt die Bemühungen, den Abriss des Zubaus zum Vereinsstadls doch noch zu verhindern, nicht auf. Wie die NÖN berichtete, soll der Stadl aufgrund eines Formalfehlers bei der Erteilung der Baugenehmigung bis Ende Oktober abgebaut werden.

Einspruch gegen Abrissbescheid

Der Verein hat gegen den Abrissbescheid Einspruch erhoben. „Aber wir haben keine Antwort erhalten. Wir dachten, dass jemand vom Verein vorgeladen wird, um Stellung zu beziehen. Wir werden aber im Unklaren gelassen, ob der Einspruch eine Chance hat“, zeigte sich Schriftführerin Maria Mülleder verärgert.

Für sie und ihre Vereinskollegin ist der Abrissbescheid unverständlich. Schließlich diene der Vereinsstadl der Pflege von Kontakten im kleinen Ort und darüber hinaus: „Es gibt viele Kontakte auch zu den Nachbarn nach Tschechien. Viele unserer Vereinsmitglieder haben Verwandte oder ihre Wurzeln jenseits der Grenze.“

Der Stadl sei bei mehreren Anlässen gern besuchter Treffpunkt. „Ein Großteil der Bevölkerung ist aus Altersgründen nicht mehr mobil. Der Stadl ist die letzte Möglichkeit, unter Leute zu gehen und den Zusammenhalt im Dorf aufrecht zu erhalten“, weiß Mülleder: „Wenn wir den Stadl verlieren, verlieren wir einen Teil unserer Heimat.“

„Bürgermeister sind Hände gebunden“

Bevor der Stadl zur Verfügung stand, musste bei Veranstaltungen ein Zelt aufgebaut werden. Mülleder: „Der Aufbau hat viel Arbeit gemacht. Daher haben wir versucht, die Genehmigung für einen fixen Stadl zu erhalten.“ Statische Berechnungen und Lärmgutachten wurden eingeholt, die Genehmigung zum Bau erteilt. Dass diese Anstrengungen jetzt durch einen Formalfehler zunichte gemacht werden sollen, will die Schriftführerin nicht akzeptieren.

Unterstützt wird der Verein von Bürgermeister Harald Vogler (ÖVP). „Er versucht sein Bestes, aber gegen das Gesetz sind ihm die Hände gebunden“, ist Mülleder überzeugt. Vogler wird am Dienstag bei einem Termin in St. Pölten die gesammelten 350 Unterschriften bei der zuständigen Behörde abgeben. Die Chancen, dass diese Aktion Erfolg hat, schätzt er aber als gering ein.