CoV-Impfaktion im Bezirk Gmünd ab 15. Februar. Bezirksärztevertreter Preißl im Gespräch mit Karin Pollak: „Rechne mit Entspannung um Ostern.“

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2021 (05:16)
Christoph Preißl in doppelter Impf-Mission.
Harald Winkler

NÖN: Spitalsmitarbeiter, Heimbewohner und -mitarbeiter sind bereits großteils geimpft, wie und vor allem wann geht es weiter?

Christoph Preißl: In den Kliniken und Heimen wird in den nächsten Wochen die zweite Impfung verabreicht werden. Gleichzeitig werden Zahnärztinnen und -ärzte und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie deren Personal mit Hochrisikoexposition geimpft. Aufgrund des extremen Impfstoffmangels stehen dafür diese Woche lediglich 72 Impfstoffe zur Verfügung. Danach, voraussichtlich ab 15. Februar, startet die Impfung für die Bevölkerung in den Ordinationen, die sich als Impfordinationen registriert haben.

Können überhaupt alle Personen ihre zweite Teilimpfung bekommen?

Preißl: Notruf Niederösterreich organisiert die Impfung sehr gut. Für alle Personen, die schon eine Teilimpfung erhalten haben, ist die zweite Impfung eingeplant.

Wie wird der Ablauf bei diesen Impfungen aussehen?

Preißl: Der Impfstoff von Astra Zeneca soll ab dem 7. Februar angeliefert werden. Personen, die sich schon vorregistriert haben und in jene Gruppe fallen, die zuerst an die Reihe kommen, erhalten dazu eine Information von Notruf NÖ. Wie beim Buchen einer Theaterkarte wählt man dann den Arzt seines Vertrauens und seinen Termin. Über diese Vorgangsweise gibt es aber noch genaue Informationen via Newsletter.

Die Unsicherheit ist in Teilen der Bevölkerung bezüglich Sicherheit und Verträglichkeit der Impfstoffe groß. Was sagen Sie dazu?

Preißl: Diese Sorgen sind unbegründet. Jeder bei uns zugelassene Impfstoff ist sicher und ausreichend geprüft. Das ist wie bei einem zugelassenen Fahrzeug. Bisher wurden viele Millionen Impfstoffe verabreicht und das bei guter Verträglichkeit und – abgesehen von normalen Impfreaktionen, wie Schmerzen an der Einstichstelle oder kurzzeitiges Fieber – kaum nennenswerten Zwischenfällen.

Wie können sich die Senioren voranmelden, die selbst keinen Computer oder Internet haben?

Preißl: Diese Personen sollten zuerst in der Familie oder im Freundeskreis um Hilfe bitten. Über www.impfung.at darf man auch andere Personen anmelden. Sollte das nicht möglich sein, kann man Unterstützung bei den Gemeindeämtern bekommen. Selbstverständlich können sie auch ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt um Rat fragen.

Sind diese Impfungen für die Ärzte ein „großes Geschäft“?

Preißl: Nein, bestimmt nicht. Pro erster Teilimpfung erhalten wir 25 Euro, für jede zweite Teilimpfung 20 Euro. Diese Aktion ist aber mit einer riesigen Organisation im Vorfeld verbunden. Außerdem müssen Patientinnen und Patienten 15-30 Minuten nach der Impfung in der Ordination nachbeobachtet werden. Auch das Personal, das an den Randzeiten extra in die Ordination kommt, ist zu bezahlen.

Wie geht es Ihnen persönlich mit den geplanten Vorgangsweisen?

Preißl: Es ist sehr belastend, denn jeden Tag kommen neue Informationen über die Impfung. Wir haben es elf Monate lang sehr gut geschafft, die ärztliche Versorgung im Bezirk aufrecht zu erhalten. Jetzt gibt es die mutierten Viren, die viel ansteckender sind. Daher brauchen wir, wenn wir die Pandemie beenden wollen, unbedingt diese Impfungen. Fakt ist auch, dass alle, die in und für dieses System arbeiten, sich nach Kräften bemühen. Leider gibt es derzeit nicht mehr Impfstoff. Ich rechne mit einer Entspannung um Ostern.