Gmünder Stadtführung will Einkaufsmeile sanieren. Opposition beklagt Zustand von Gehsteigen & Straßen Gmünds, Stadtführung nennt Ziele: Auch erste Etappe für Emerich-Berger-Straße geplant.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 15. Mai 2019 (08:50)
Markus Lohninger
Genau dort wollen Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, die Stadträte Martin Preis und Alexander Berger ansetzen: Der

Knalleffekt in der Bezirkshauptstadt: Angesichts eines scharfen Angriffes der SPÖ-Opposition wegen des miesen Zustandes der Straßen und Gehsteige in Gmünd gewährt die Stadtführung auf NÖN-Nachfrage tiefe Einblicke in bereits sehr fortgeschrittene Baupläne für die nächsten Monate.

„Sanierung am Papier“.

„Seit drei Jahren wird die Emerich-Berger-Straße saniert, natürlich nur am Papier. Eine versprochene Aufstellung der sanierungsbedürftigen Straßen gibt es bis heute nicht, ebenso wenig kann man nachvollziehen, wann in die letzten Jahren ein Gehsteig saniert wurde“, klagt SP-Bezirksgeschäftsführer und Stadtrat Thomas Miksch. Er wertet die Qualität des Straßen- und Wegenetzes einer Stadt als Indiz für die „wirtschaftliche und organisatorische Innovationsfähigkeit einer Stadtregierung“. Miksch fordert, dass Sanierungen „umgehend“ angegangen werden, und kündigt an, sich mit seinen Parteikollegen „mit allen Mitteln“ dafür einsetzen zu wollen.

„Nicht erst seit einem Jahr kaputt“

„Die Straßen und Gehsteige sind nicht erst seit einem Jahr kaputt“, kann sich ÖVP-Klubchef und Baustadtrat Martin Preis einen leichten Seitenhieb in Richtung SPÖ, die bis 2015 jahrzehntelang den Bürgermeister gestellt hatte, nicht verkneifen. „Bis 2014 wurden im Regelfall 300.000 Euro pro Jahr in den Straßenbau investiert, wovon ein Großteil gefördert war. Jetzt sind wir bei etwa einer Million Euro im Jahr“, sagt Preis.

Der Bedarf ist freilich höher. Preis spricht alleine von 95 Gehsteig-Kilometern in Gmünd, deren Sanierungskosten sich bei im Schnitt 1,2 m Breite und 150 Euro/m 2 auf 17 Millionen Euro belaufen würden. Die vielen Baustellen der nöGIG zum Bau des Glasfasernetzes sind keine Projekte der Stadt. Dass sie auch ihre Spuren an Gehsteigen hinterließen, ist Stadtrat Preis klar, aber: „Wir alle wollten das Breitband, wir stehen dazu. Es wird nach und nach asphaltiert und gibt Ausbesserungen, aber die werden sich wegen laufender Setzungen im 65 km weiten LWL-Netz in Jahr 2020 ziehen.“

F: privat
Seitens der SPÖ drängen Gemeinderat Georg Janda, die Stadträte Michael Bierbach und Thomas Miksch (v.l.) auf die Erneuerung von Wegen und Straßen und zeigen beispielhaft die desolate Emerich-Berger-Straße.

Preis weist auf die erfolgte Erneuerung von gut der Hälfte der Gehsteige in Haid oder den angelaufenen Geh- und Radwegbau auf Höhe Gasthaus Schachner hin, in der Conrathstraße soll auch das Stück zwischen Schubertplatz und Trafik bis Sommer komplett saniert werden.

Auch in Sachen Straßen- und Wegebau soll sich einiges tun: Der Schwimmbachweg in Breitensee Richtung Strandbad soll in Zusammenarbeit mit dem Land NÖ verdichtet werden, noch für heuer ist zudem mit der Generalsanierung der Czadekgasse hinterm Gymnasium ein kompletter Straßenzug in der Altstadt dran.

Abbiegen in die Einkaufsmeile

 Das Herzstück in den Planungen ist ein jahrelanges Sorgenkind – der obere Teil der Emerich-Berger-Straße soll während der Sommerferien vom „Billa-Kreisverkehr“ abwärts bis Mexikogasse/Kreuzung Pagro inklusive Unterbau von Grund auf erneuert und aufgewertet werden. Die Passage hat aus mehreren Gründen eine Schlüsselfunktion – die Bauarbeiten müssen wegen der Vis-à-vis-Ausfahrten von Billa und Eurospar so abgestimmt werden, dass Totalsperren verhindert werden.

Auch Radweg kommt

Zugleich wurden die Planungen durch das Vorhaben erschwert, die etwas zu schmale Straße ins Radwegenetz einzubinden. Das ist aber gelungen, wie Preis erklärt: Der Radweg aus der Bahnhofstraße soll in Zusammenarbeit mit Eurospar (der eine Radzufahrt erhalten soll) und Billa am Kreisverkehr entlang fortgesetzt werden, auf der Billa-Seite soll schließlich ein etwa 2,5 m breiter Geh- und Radweg in Richtung Einkaufsmeile kommen.

Direkt vor Eurospar bzw. Billa geht sich in der Emerich-Berger-Straße laut Preis trotz Verschlankung der Billa-Lkw-Bucht kein Grünstreifen als Trennung zur Fahrbahn aus. Alles andere wird mit Grünstreifen geplant.

Was ist der Zeitplan?

Nach Auskunft von Stadtrat Preis laufen bereits die Ausschreibungen, im Juni soll der Gemeinderat über die Auftragsvergaben befinden, im Juli und August soll das Projekt wegen des hier dichten Schulbus-Aufkommens zügig gestartet und abgeschlossen werden. Dieses knappe Zeitfenster nennt Preis auch als Hauptgrund dafür, dass der Straßenzug nicht auf einmal erneuert werden kann.

Für das untere Straßenstück bis zur Einmündung in die Weitraer Straße laufen ebenfalls bereits die Vorbereitungen. Es soll 2020 generalsaniert werden und auf der Billa-Seite durchgehend einen Geh- und Radweg inklusive Grünstreifen erhalten.