Streitthema Friesstraße: "Vorgehen richtig und wichtig"

Nächstes Kapitel im Polit-Geplänkel um die Neugestaltung der Friesstraße in Schrems im Zuge der Generalsanierung: SPÖ-Stadtrat Franz Ableidinger weist via Leserbrief "Unterstellung auf das Schärfste zurück".

Red. Gmünd Erstellt am 13. August 2021 | 14:33
Franz Ableidinge
Franz Ableidinger weist „Unterstellung auf das Schärfste zurück“.
Foto: Archiv

Das ist der Leserbrief von Franz Ableidinger, Mobilitätsbeauftragter von Schrems: 

Mobilitätslandesrat DI Ludwig Schleritzko (ÖVP) hat mehrfach eine Strategie der „aktiven Mobilität“ angekündigt. Ziel soll es sein, bis 2030 den Anteil des Rad- und Fußgängerverkehrs von 22 auf 44 Prozent zu erhöhen. Die Zuständigkeit für Errichtung und Ausbau der Radinfrastruktur fällt dabei den Gemeinden zu, die, um es mit den Worten von Schleritzko zu sagen „... als Partner gewonnen werden sollen“.

Zur Umsetzung dieser Strategie wurde von der Stadtgemeinde Schrems ein möglicher Vorschlag für die Neugestaltung der Fries-straße erstellt, der diese Überlegungen berücksichtigt, dem Fußgänger- und Radverkehr mehr Platz im öffentlichen Verkehrsraum zuordnen würde. Anschließend wurde den Anrainern dieser mögliche Plan vorgestellt und um ihre Meinung gebeten. Die Mehrheit der Anrainer hat sich gegen den Plan ausgesprochen. Dies ist zu akzeptieren, die Befragung wurde ja gerade deshalb durchgeführt, um ein Meinungsbild der Anrainer zu erhalten. Die Unterstellung, dass in diesen Einzelgesprächen vorab vermittelt wurde, die Mehrheit würde dieses Projekt befürworten, weise ich dabei auf das Schärfste zurück.

Ich möchte aber auch darauf hinweisen, dass sich nicht, wie im Artikel suggeriert, praktisch alle Anrainer gegen den vorgelegten Plan ausgesprochen haben. Mehr als ein Drittel hätte eine moderne Neugestaltung der Friesstraße mit dadurch möglicher 30er-Begrenzung durchaus befürwortet.

Im Gegensatz zu anderen, meist ÖVP-geführten, Gemeinden im Bezirk, in denen Straßenprojekte mit Einbahnen und Radwegen einfach ohne Befragung der Anrainer durchgesetzt und medial als Vorzeigeprojekte dargestellt werden, finde ich die Vorgehensweise der Stadtgemeinde Schrems richtig und wichtig, auch wenn das Ergebnis dann vielleicht nicht meinen persönlichen Vorstellungen entspricht. Aktuelle Informationen über dieses Projekt hätte man auch direkt beim Bürgermeister, dem zuständigen Infrastruktur-Stadtrat Hobecker bzw. mir erfragen können. Der umständliche Umweg über die NÖN ist natürlich nicht zufällig gewählt worden.

Die durchschaubare Strategie, auch bei diesem Projekt zum wiederholten Male politisches Kleingeld zu wechseln, finde ich daher sehr bedauerlich.