Amaliendorfer bangt um die Eltern in der Lombardei. Eltern von Simone Dosso leben im Epizentrum der Coronakrise.

Von Karin Pollak. Erstellt am 10. April 2020 (05:48)
Ein Bild, das es so schnell nicht mehr geben wird: Simone Dosso mit Gattin Birgit und seinen Eltern aus Mailand.
privat

Die Sorge um die Eltern und Verwandten in Mailand ist bei Simone Dosso, Betreiber der Firma La Dolce Vita - Italienischer Wohnstil in Amaliendorf, allgegenwärtig. Alle anderen Probleme rückten in den Hintergrund.

„Noch ist niemand an Corona erkrankt“, betont er. Seine Eltern (70 bzw. 74) wohnen in einem Haus mit Garten in Mailand. Täglich hält er via Whats app-Video Kontakt. „Die Lage wird dort von Tag zu Tag schwerer“, sagt er, auch wegen strikter Verordnungen. Spazieren gehen dürfen die Eltern im Umkreis ihres Hauses von 200 m, Einkaufen nur im Ort. Gibt es keinen Supermarkt, darf man das Auto benutzen – neben dem Lenker darf eine einzige Person mitfahren.

Auf der Rückbank. „Meine Mutter hat um 8 Uhr früh gemeinsam mit weiteren 13 Personen vor einem Markt aufs Einkaufen gewartet. Als er öffnete, durften acht Personen rein. Erst als die ersten den Markt verlassen haben, durften die nächsten rein“, erzählt Dosso. Das Sortiment sei auf Lebensmittel, Getränke, Hefte und Stifte für Schüler beschränkt. „Die extrem tragischen Berichte aus Italien machen mir zu schaffen. Dass wir unsere Eltern und Verwandten täglich via Handy sehen können, ist auch für meine Kinder ganz wichtig. Wann wir uns wieder treffen können, weiß niemand.“