Erstellt am 10. August 2011, 00:00

Tanzbeats mit Anspruch. ELEKTRO-FESTIVAL / Ungewöhnliche Instrumente, harte Beats und ausgezeichnete Musiker: das „Progress“ in der Eisenberger.

VON DANIEL LOHNINGER

GMÜND / Die Eisenbergerfabrik in Gmünd wurde zum ersten Mal zur Kulisse des Progress-Festivals – des einzigen Subkultur-Elektronikfestivals im Waldviertel.

Workshops, Jam-Sessions und Konzerte standen dabei von 1. bis 7. August auf dem Programm und zeigten, dass urbane Kunstformen auch im Waldviertel auf großes Interesse stoßen. So war der Publikums-Andrang beim „Duo-Battle“ von Koenigleopold (Lukas König und Leo Riegler) gegen Manu Mayr/Antiehdas (Andreas Harrer) beinahe so beeindruckend wie die Show der vier exzellenten Musiker, die nach dem Modell der Poetry-Slams um die Gunst des Publikums buhlten. Harte Drumbeats, atemberaubende Experimente am E-Bass, schrille Elektro-Sounds und ungewöhnliche Instrumente wie das „Waterphone“ demonstrierten die musikalische Bandbreite zeitgemäß-experimenteller Elektronikmusik.

Erstmals im Waldviertel  zu hören: Sixtus Preiss

Die Krönung des zweiten Konzert-Abends am Samstag war der Auftritt von Sixtus Preiss, der auf der neuesten Affine-Records-Compilation vertreten ist und erstmals im Waldviertel zu hören war. Er ist einer der prominentesten Vertreter der gegenwärtigen Wiener Elektro-Szene und bewies auch in Gmünd, dass hoher musikalischer Anspruch, intelligente Visuals und flotte Tanzbeats keine Widersprüche sein müssen.

Und das alles in einer Atmosphäre, die entspannter und weniger feuchtfröhlich als bei jedem Feuerwehrfest war.

„Die Eisenberger Fabrik war die ideale Location für unser Festival. Und wir freuen uns sowohl über die Begeisterung und den Einsatz der zahlreichen Musiker als auch über die anderen interessanten Beiträge – wie etwa die Fassadenprojektion von Speerspitze“, zog sub-etasch-Obmann Roman Wurz nach dem Festival zufrieden Bilanz.

Fazit: Das Progress Festival in Gmünd – das ist elektronische Musik als ganzheitliches Erlebnis.